Online Shopping: Schlappen statt Software

©Opa Rolf/Pixelio/www.pixelio.de
Ja, der Internetnutzer: eigensinnig, dickfellig und ziemlich verwirrend verhält er sich. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls, wenn man sich die just veröffentlichten Erhebungsergebnisse der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) vornimmt.
Das dachte man sich schon: Flug- und Bahntickets suchen mittlerweile rund 60 Prozent der User im Netz. Kaufen tun sie dort aber nur die Hälfte – warum nur?
Wer es einmal probiert hat, weiß, wie umständlich das Ganze ist, wie viele persönliche Daten abgefragt werden, dass man am Ende oft noch eine Kreditkarte benötigt und dafür nicht einmal ein »echtes« Ticket in die Hand bekommt – haptisch und emotional ein echtes Desaster!
Ansonsten irritieren viele Ergebnisse eher, als zu erhellen. »Mode und Schuhe« kaufen die medienaffinen Zielgruppen viel häufiger (28 Prozent) im Netz, als zum Beispiel Rechner-Software (16 Prozent). Was ist bloß los mit den Compterfuzzis – etwa Angst vor dem eigenen Medium?
Auch das ist erstaunlich: Gebührenpflichtige Musik und Filme landen im TOP 20-Ranking der gesuchten Produktinformationen auf dem letzten Platz, noch hinter Sport- und Heimwerkergeräten. Wie erklärt man sich das? Vermutlich lädt man im Internet immer noch entweder kostenlos herunter – oder lieber gar nicht.
Noch eine Vermutung: Die so genannten Best Ager bevorzugen es, ihre Helmut Lotti-CD im Fachgeschäft zu kaufen. Alle unter 49-jährigen brennen daheim Rohlinge, bis die Laufwerke rauchen und die »No Angels« müssen deshalb touren, bis sie achtzig sind!


4. Februar 2008 um 14:43
1. Was sind Prozente?
Kaum zu glauben, dass von X Internetnutzern durchschnittlich 60 nach Bahntickets suchen. Weitere 28 kaufen Klamotten und die restlichen 16 Software. Prozente sind genaugenommen also Pro-Hundertvierzehnte.
2. Was ist ein emotional echt haptisches Ticket?
Ja, es fühlt sich mies an, das Ticket aus dem eigenen PC-Drucker. Gewöhnliches Papier, gewöhnliche Tinte, gewöhnungsbedürftiges Ereignis. Wie anders das Ticket am Schalter. Dieser Moment nach langen Minuten sehnsüchtigen Wartens vom Mitarbeiter des Monats feierlich ein ‘echtes’ Dokument überreicht zu bekommen, ein unschlagbares Gefühl.
3. Deutschland – Fuzziland?
Pisa war gestern. Jeder, der einen internetfäghigen Rechner anschalten kann ist ein Computerfuzzi, in Deutschland mindestens 40 Millionen.
4. Digitale Winterjacke?
Der neue Klamottendrucker ist da. Wenns draußen friert und damit sich der Software-Download wieder rechnet.
5. Das Helmut Lotti CD Fachgeschäft?
4. Februar 2008 um 16:17
@greh: Ach, ich werde noch ganz sentimental mit Ihnen! Allerdings muss ich bei einer Angelegenheit Stabilität beweisen: 60+28+14 sind 102, nicht 114, das geht zu weit.
Ein haptisches Ticket kennen Sie nicht? Ich glaube, seit der Digitalisierung gibt es die auch nicht mehr, aber die bunten, großen Konzerttickets der Achtziger und frühen Neunziger, die es heute kaum noch gibt – die waren schon schöner!
Und glauben Sie wirklich, diese Lotti-Anhängerinnen ordern online?
4. Februar 2008 um 16:28
Gar nicht 114. Na so was, dann habe ich mich eben geirrt. Zur Abwechslung mal nach Adam Ries: 60+28+16 aus ihrem Artikel sind 104. Mindestens.
4. Februar 2008 um 16:40
Mal was Wichtigeres: Wie findest Du eigentlich die Schlappen im Bild? Gibt es jetzt auch als CD: » ©ADILETTEN MUSIC – DOWNLOAD NOW!
4. Februar 2008 um 17:32
Rote Sandalenmusik, verstehe. Ich galube, das hier ist eher was für Dich: Rote Bereichsmusik. Besonders live zu empfehlen.
5. Februar 2008 um 11:51
Das fetzt doch, was die so machen. Mittig, würde der Berliner sagen, oder? Noch roter war nur Warhols Lenin.
5. Februar 2008 um 14:06
Und meine Socken. Aber der Kollege wünscht sich etwas mehr Ernsthaftigkeit im Blog, monierte er soeben. Also bitte:
@ Ekkard: “Mal was Wichtigeres: Wie findest Du eigentlich die Schlappen im Bild?” Sehr schön, auch wenn sie nicht rot sind. Aber das Sonnengelb an einem sich zunehmend eintrübenden Tag wie heute entschädigt für den Mangel an Zentralgestirn und lässt die Gedanken schweifen und hoffen auf wärmere Tage. Ich glaube, ich lade sie mir als Bildschirmschoner herunter. Das kurbelt dann möglicherweise auch die Vitamin-D-Produktion an, wenn ich lange genug draufschaue. Und das wiederum schützt mich möglicherweise vor frühzeitiger Rückgratverkrümmung. Womit wir (beinahe) wieder bei den roten Socken wären.
5. Februar 2008 um 14:34
Sehr richtig! Frühzeitige Rückgratverkrümmung ist wirklich nichts Wünschenswertes. Deshalb trägt der aufrechte Gernot in der Schweiz auch immer dieses sportive Tangashirt mit Funmotiv, um Sportfreunde im Gebirge auf sich aufmerksam zu machen und zugleich sein Sonnengeflecht aufzuladen. Außerdem sieht ihn so stets der kreisende ADAC-Rettungshelikopter, der deutsche Survivalsportler auf Steuerzahlerkosten einsammeln muss. Es gibt einfach keine Märtyrer mehr.
5. Februar 2008 um 15:05
Ich finde das Thema »Globale Erderwärmung« kommt in diesem Beitrag viel zu kurz!
5. Februar 2008 um 15:39
@ Globale Erderwärmung« kommt in diesem Beitrag viel zu kurz!
genau!
5. Februar 2008 um 15:45
Wieso eigentlich Knut? Der Richter und sein Bärchen?
5. Februar 2008 um 17:13
Erdglobale Wärmebildung ist ja ein ziemlich abgekühltes Thema. Das wird erst wieder interessant, wenn die Ostsee sich in unsere Socken saugt.
Die neuen Top-News befassen sich mit ‘Tempolimit auf deutschen Autobahnen’. Da gibt es wenigstens noch kontroverse Meinungen. Diskussionsangebot: 23 m/s. Klingt einfach gut. Ach so, HPV ausgenommen versteht sich.
http://www.hpv.org/
5. Februar 2008 um 18:18
@ Wieso eigentlich Knut? Der Richter und sein Bärchen?
Genau Herr Bäuerle! Die globale Erderwärmung treibt die Bürger in die Zoos, wo der weibliche teil der Besucher dann auch noch den Tierpflegern an die Wäsche will
MfG wilhelm zwo, stoibers anwalt, sven hedin, etc
5. Februar 2008 um 22:01
Nicht nur die globale Erderwärmung kam zu kurz – der Studie kann ich irgendwie nicht so recht glauben, denn das Thema Sex & Pornografie habe ich darin nicht gefunden! Wat is denn damit? Baumarkt? Computerfuzzis, Knut und Helmut Lotti? Was ist denn mit der Triebkraft des Internets?
6. Februar 2008 um 08:06
@greh: ich wünsche Ihnen Liegeräder, Birkenstocks und Hackisacks an den Wanst. Live long and prosper, Mister greh! Aber ich brauche etwas Stabileres, Schnelleres unter den Hintern, in dem ich meine Familie mitnehmen kann.
6. Februar 2008 um 08:09
@Mike: Dass die Pornografie völlig fehlt, ist typisch für diese Art von Erhebungen. Ähnlich wie bei Videotheken, macht dieser Aspekt garantiert einen ordentlichen Teil des Umsatzes aus. Warum das nicht genannt wird? Prüderie, der Wunsch nach Abtrennung dieses Schmuddelbereiches, Realitätsverlust, etc. Das Internet soll doch die Zukunft sein, nicht der Instinkt aus der Steinzeit.
6. Februar 2008 um 09:23
ficken?
6. Februar 2008 um 09:28
Guten Morgen Herr Richter, einen schönen Tag!
6. Februar 2008 um 09:57
Danke!
11. Februar 2008 um 09:31
Habe gerade folgende verheißungsvolle E-Mail erhalten.
Betreff: Was du hast?
Hi!
Du suchtest ein Programm, ich weise.
Ich kenne eine Seite, wo es eine Haufe verschiedener Programme gibt.
Also so viel Programme für PC und Macintosh.
Es ist viel Programm Deutsch.
Die kosten um 5-10n Mal billiger, als andere, und sind direkt von der Seite zu laden.
Du kriegst cool Soft und sparst 400 Euro.
Greife das Link http://...
Den Link habe ich vorsorglich mal entfernt. Dafür habe ich dem Absender eine Liste mit Übersetzungsbüros zukommen lassen.
11. Februar 2008 um 13:08
Seit neuestem bekomme ich den gesammelten Viagra/Software/Kingsize-Müll auch an meine Dienst-Adresse. Sehr ärgerlich!