Print & Online: Kollektive Erlebnisse
©hofschlaeger/Pixelio/www.pixelio.de
Im Stile von Kempowskis »Echolot« sammelt das ambitionierte Spiegelbaby www.einestages.de kollektive Erinnerungen ein: anhand der Erzählungen vieler entsteht hier mit mildtätiger Unterstützung Jung von Matts ein Querschnitt durch die massenhafte Wahrnehmung zeitgeschichtlicher Ereignisse. Klingt kompliziert, ist aber unterhaltsam: Wo warst Du, als JR erschossen wurde?
Das Projekt bekommt jetzt einen Printableger am Kiosk, der für EUR 4,80 an den Start geht. Honecker, Elvis und der Tsunami sollen alleine in Ausgabe 1 vorkommen: Dabei hat Kempowski schon für das Unternehmen Barbarossa einen halben Regenwald durch die Schreibmaschine geschoben – Respekt!

8. September 2008 um 10:30
Das Erstellen zeitgeschichtlicher Collagen beherrschte ‘Kempi’ meisterhaft. Und das Thema beherrschte ihn.
Der Ansatz des ‘eines tages’-Konzepts lässt da Leidenschaft vermissen. Es fehlen mir die Kleinode.
Die doch etwas reisserische Themawahl der Ausgabe 1 erinnert mich eher an die ultimative Bild-Schlagzeile ‘Hitlers geheimes Sex-Ufo entdeckt’.
8. September 2008 um 10:37
Ach so, ich dachte die ultimative Bildheadline wäre:
»Hitlers Schäferhund leckt blindem Kind Augenkrebs weg!«
8. September 2008 um 11:14
und zwar in besagtem Ufo. Dann haben wir’s doch
8. September 2008 um 21:36
“Wo warst Du, als JR erschossen wurde ?” – das erinnert mich ein wenig an den Informationsüberfluss der heutigen Zeit.
Alles muss immer und jederzeit abrufbar sein. In fast jedem zweiten Smalltalk wird mit solchem Pseudofachwissen geprahlt, das so unwichtig ist wie die Zeitung von gestern. So ungefähr stelle ich mir die Bedeutung dieses Projektes vor, oder täusche ich mich etwa in der Generation iPhone ?
Hat die IMMER etwas zu sagen, egal wie tiefgründig oder oberflächlich.
Wahrscheinlich ja, denn sonst würde so ein Projekt wohl nicht gewagt werden. Wahrscheinlich werde ich alt, denn ich lese immer nur eine Wochenzeitung und keine Onlinemagazine und deren Printableger.
Wahrscheinlich habe ich aber auch nur die UFO´s verpasst, die hätten mir die Augen geöffnet und ich hätte hier nicht solchen Senf geschrieben.
9. September 2008 um 08:32
Die Frage zu JR habe ich mir bloß ausgedacht, um das Prinzip zu verdeutlichen. Vermutlich geht es beim Spiegelbaby doch eher um die Frage »Where were You in World War Two« und ähnlich Schwerwiegendes. Andererseits ist »Spiegel Online« häufig dichter an »Bild der Frau« dran, als am ehrenwerten Offline-Spiegel, auch wenn die Leserschaft dies sicher nicht so gerne liest. Boulevard lauert überall, meine Herren! Die Damen haben da ja eh weniger Ängste um Ehrenrührigkeiten.
9. September 2008 um 09:31
Die Frage wo er zu Zeiten des II. Weltkrieges war kann wohl kaum noch jemand beantworten. Zumindest von denjenigen die zu diesem Zeitpunkt (und auch heute) gelebt haben. Meine Oma weis nicht mal was “Internet” ist.
9. September 2008 um 09:39
Soso! AUCH DAS WAR REIN HYPOTHETISCH! Wann die Schaufel in Hamburg oder der Sack in China oder die Mauer in Berlin fiel – BANANE! Jedenfalls geht es dort um Boulevardthemen, ebenso wie um Zeitgeschichte, Ihr Erbsenzähler. P.S.: Freundliche Grüße an die Omi und erklär ihr das mit dem Elektronetz gefällixt mal, du Rabenenkel!
9. September 2008 um 09:53
Dann nehmen wir statt WK2 eben 9/11 als Beispiel.
Was nutzt es mir denn, wenn ich weiss das Richard aus Michigan oder Rüdiger aus Mannheim diesen Tag so oder so erlebt haben? Oder soll das gar nicht mir nutzen, sondern es handelt sich vielmehr um therapheutischen Schreiben seitens Richard/Rüdiger?
Ist hier ein Psychologe an Bord und kann helfen??
9. September 2008 um 12:50
… ich bin auch schon ganz wuschig – wo war ich denn nun ?
Das einzige woran ich mich erinnern kann, ist der Traum das ich einem Fuchs gesteckt habe, das war aber nach 9/11.
@ Ekkard, reg Dich nicht auf, wir werden schon noch unsere Memoiren schreiben…..
9. September 2008 um 13:58
Allerhand, das! Jedenfalls war ich am 11. September – es handelt sich nämlich um ein Amidatum – in der Eylauerstraße zu Berlin auf Büro. Das Geschehen am World Trade Center wurde bei Nachbars – Redaktion von »Uncle Sallys«, ein damaliges Stadtblatt – auf einer steinalten Schwarzweissglotze betrachtet, während ein erregter arabischstämmiger Jugendlicher auf mich einredete, dahinter würde der CIA und der Mossad stecken. Aber das glauben hier ja sowieso alle, oder?
10. September 2008 um 09:59
Am 11. der Jahres 2001 habe ich nur gearbeitet. Als dann jemand mit dieser unglaublichen Nachricht kam, war seltsamerweise mein erster Gedanke, das dieser Anschlag eine Reaktion auf das arrogante Auftreten der Vereinigen Staaten in der Welt sein könnte.
Alles andere glaube ich sowieso.
Ich mag Verschwörungstheorien, sie sind das einzig unklare & mystische in dieser fast vollkommen erforschten Welt.
10. September 2008 um 10:03
Aha. Ich bin auch manchmal arrogant, diese Haltung basiert allerdings auf nachweisbaren Tatsachen. Hoffentlich werde ich dafür nicht auch eines Tages umgebracht! Meine liebste Verschwörungstheorie: Die schwarzen Helikopter, die angeblich der UN und EU dabei helfen sollen, die Übernahme der USA vorzubereiten. Der Realitätsgehalt dürfte, ähnlich wie bei der 9/11-Verschwörung bei 2,3 Prozent liegen. Macht aber nix, wenn die Story gut ist!
10. September 2008 um 19:32
Phantastisch! Wenn das klappt, dann gibt´s keine Probleme mehr wegen des Euro-Dollar Wechselkurses! Sehr schön das man die passenden Helikopter als Bausatz schon mal nachbauen kann, als Übung sozusagen (links die passend von Google eingefügte Werbeanzeige)
11. September 2008 um 08:22
Das Modell »Eurocopter« wird übrigens mit zwei lächelnden Blauhelmsoldaten geliefert und ist mit einem Gummigeschosswerfer ausgerüstet, der schon in Jugoslawien super gegen die serbischen Lager geholfen hat. Pazifismus rules!
11. September 2008 um 08:27
Taking down the Eurocopter!
12. September 2008 um 08:51
Am 9.11.2001 saß ich (dies wird keine einestages-geschichte) am Empfang einer der etwas größeren Werbeagenturen in einer kleinen Stadtvilla, vertretungsweise sozusagen, als der Martin hereinkam und sagt, daß ein Kleinflugzeug ins WTC geflogen sei. Wir witzelten noch ein wenig über die Flugfähigkeiten von solchen Leuten, die sich nach der Landung in Gebäuden wiederfinden als auf einer Rollbahn. Das Flugzeug wurden dann von Stunde zu Stunde größer, die Witze verstummten, N-TV.de versagte, RTL wiederholt sich ständig, an Arbeit war nicht mehr zu denken.
Kurz darauf machte auch das Berliner Büro einer Rostocker Werbeagentur zu, nicht wegen Flugzeugen, sondern wegen Trickbetrügereinen der werten Herren und Damen in der Gesellschafterebene. Die Mitarbeiter aus Berlin fuhren wieder nach Rostock und machten sich ans Bewerbung schreiben. So kam Ekkard zu unserer Agentur, aber da waren weder der Martin noch der Torsten mehr da.
PS: Für Hubschrauber hat der Etat nicht gereicht.
12. September 2008 um 09:01
Ach wie schön, ich werde hier noch ganz melancholisch:
Muidem, muidem zum Städele hinaus…?
12. September 2008 um 10:27
Ekkard ist also wegen einer Verschwörung in Amerika, in einer Rostocker Agentur gelandet. Da soll mal einer sagen, die großen Weltgeschehnisse hätten keine Auswirkungen auf Mecklenburg… Es geht also auch ohne Helikopter !
12. September 2008 um 16:46
Heli von Sinnen!