Punk: Ciao, Campino!

photo credit: seven_resist
Es war einmal der unheimliche, gefährliche Punk: Es ist ziemlich genau 30 Jahre her, als das Phänomen von der gesamten Gesellschaft gehasst wurde. Bereits fünf Jahre später ging selbst die allseits beliebte Gloria von Turn & Taxi mit roten Haaren in die Oper und bei Billigheimer C&A gab es plötzlich Jeans mit Sicherheitsnadeln am Bein.
Seitdem wurde Punk neben der CSU zur konservativsten Volksbewegung Deutschlands, die allerdings immer noch die Hybris besitzt, sich irgendwie als revolutionär zu betrachten!
Wie kommt das? Langweiliger, spießiger und peinlicher geht es nicht: Pseudorebellische Berufsjugendliche wie Die Toten Hosen, die selbst vom Bundespräsidenten für ihr »soziales Engagement« gelobt werden. Igitt!

23. März 2009 um 09:55
Richtig Herr B. So wie ich den Punk begriffen habe, lehnt er sich gegen Alles auf, was monetären Charakter hat und mit Kommerz verbunden ist. Außerhalb der Gesellschaft nach eigenen Regeln leben – das war das, was ich bisher unter dem Begriff “Punk” verstanden habe.
Konzerte der Toten Hosen hätten demzufolge recht günstig sein müssen. Waren sie aber nicht. Dennoch sind eine Vielzahl von Hobbypunkern der Gruppe wie Lemminge in dem Bewusstsein gefolgt, ein richtiger Punker zu sein.
Allerdings gibt’s dieses Phänomen auch in anderen Bereichen. Selbst NANA war ja in den Augen vieler ein Hip-Hopper, ein richtiger (Gangster-)Rapper. Naja, wenn Viva und MTV es so sagen, dann muss es ja stimmen …
23. März 2009 um 10:46
@ Pseudorebellische Berufsjugendliche wie Die Toten Hosen
Danke!
Fehlt hier nur noch der Hinweis auf den arrivierten Campino der sich nun auch als Schauspieler versucht. In einer Wim Wenders Produktion (jaaa Autorenfilmer..) gibt Campino einen sinnsuchenden Fotografen. Ein Mann mit Anspruch sozusagen.
23. März 2009 um 14:13
Oder Saubermann Bono dessen Firmen in genau den Ländern zu unmenschlichen Bedingungen produzieren lassen die er so gerne beim Live 8 anprangert. Lustig finde ich auch DJ Portemonnaie (alias DJ Tomekk). Der coole Homie der nur die Selbstkosten in Rechnung stellt, aber leider nicht in das Dschungelcamp ziehen durfte weil er gerne mal den rechten Arm gen Himmel streckt.
23. April 2009 um 12:32
stimmt schon, punk hat ausgedient als “subversive” jugendkultur… die frage ist bloß, ob sie das, also subversiv, überhaupt einmal war. oder ob popmusik das überhaupt sein kann. die vereinnahmung durch “kommerz” gehört einfach dazu, traurig, aber wahr…
jedenfalls werde ich mit die rockband die toten hosen nichtsdstotrotz und auch ohne punk am 15. 05. in der stadthalle anschauen.
23. April 2009 um 12:57
Die sind ja wohl auch eine ganz tolle Liveband und ihre Fans lieben sie offenbar abgöttisch. Das können sicher die wenigsten Gruppen von sich behaupten!