Rostocks Supersüße Szeneblätter!

Rostocks knallbunte und kostenlose Szeneblätter geben immer wieder Anlass zu Freude, Aufregung, Spott oder Verachtung. »piste«, »Szene« und »0381« sprechen die junge Zielgruppe an und tun das recht unterschiedlich. Kulturell wertvollere Rostocker Publikationen in Kleinstauflagen haben mit diesem Marktsegment allerdings nix zu tun und werden deshalb hier auch nicht erwähnt.
piste: Fleischkenner!
Die »piste« – das traditionelle Stadt- und Szenemagazin für Rostock und viele andere Städte. Hier regieren Fleisch und Kommerz, braungebrannte Grinsegreten und Anzeigen über Anzeigen. Sogar der Titel wird vermietet! Sehr beliebt ist das erfolgreiche Blatt mit wilder Website bei Discogängern wegen der vielen Vollrausch-Schnappschüsse: www.piste-rostock.de
Rostock Szene: Bücherwürmer!
Das neue »Rostock Szene« hat mehr redaktionelle Tiefe, geht nicht ganz so voll auf die Zwölf, ist dafür aber weniger »szenenah«. Genau wie bei der »piste« stecken überregionale Muttis und Vatis dahinter – das Blatt hat mehrere Ableger im Norden. Auch hier wird der Titel vertickt! Drinnen ist mehr Text, der aber reichlich PR-lastig ist – da freut man sich als Agentur, Verlag und Label. Die Website ist noch im Aufbau: www.szene-rostock.de
0381: Chaotentruppe!
Besonders schick finde ich die neue »0381«, die hoffentlich etwas länger überlebt. Ihr Inhalt ist teil- und ausnahmsweise mal selbst geschrieben, wenn auch gelegentlich konfus und orthografisch anarchistisch. Macht ja nix, dafür wirkt das Ganze authentisch. Hier dominiert das Randständige, Echte und speziell Rostockerische. Besonders gefallen die Interviews und die denkwürdigen Anzeigen. Die Website ist ein Brüller: www.0381-magazin.de

25. Januar 2007 um 10:54
Bei “0381″ fiel uns neulich – beim dienstäglichen Herrenstammtisch – ein Artikel auf, der in der Headline das Wort “Rumtasting” enthielt. Vermutlich ein Versuch, die anglo-amerikanische Entsprechung von “Petting” zu übersetzen…
Schick? Das Blatt ist mit Typo und Layout sowas von “Neunziger”…
25. Januar 2007 um 11:00
Da hast Du bestimmt recht, Martin. »0381« ist aber trotzdem ganz schick lesbar. Alleine das Rumtasting! Und die teilnehmenden Taster! Schick im Sinne von Chic ist »0381« sicher nicht.
25. Januar 2007 um 11:25
Ich….
Ach, lassen wir das.
25. Januar 2007 um 11:29
Vielleicht meint Rumtasting auch das erkennen der verschiedenen Rumsorten ohne davon zu trinken. Leider kenne ich den Zusammenhang nicht.
25. Januar 2007 um 11:33
Nee, ist mit Trinken. Die Publikation ist übrigens nicht archiviert und war bis vor kurzem auf der Herrentoilette einsehbar, aktuell bei mir in Rundablage.
25. Januar 2007 um 11:34
Als Inhaber eines »0381«-Anschlusses kenne ich mich in der hiesigen »Szene« ein wenig aus und gehe auch häufig auf die »Piste«. Dabei stößt mir die Penetranz der »Piste-Paparazzi« immer wieder sehr unangenehm auf.
Die Situation ist meist so, dass man sich gerade mit einer interessanten Frau unterhält und plötzlich einer dieser »Piste(n)«-Söldner aus der Heerschar der Feierjunkies auftaucht. Die oder der Negativbelichter(in) fragt dann, ob sie oder er nicht ein Foto machen dürfe. So weit, so gut.
Wenn man allerdings diese Frage höflich verneint, geht es los. Die Argumentation baut sich dann wie folgt auf. Man wäre von der Piste! Das Bild wird garantiert in der nächsten Papierausgabe und im Internet veröffentlicht und man sei doch ein so wunderschönes Pärchen.
In diesen Momenten muss ich immer an die alte Indianerweißheit denken, dass der Fotograf mit dem Foto die Seele des Fotografierten raubt. Wenn ich dann mal wieder eine Ausgabe dieser regionalen Yellowpress in der Hande halte und durchblättere, fühle ich mich in meiner Entscheidung bestätigt und betrachte mit Grauen die ganzen abgelichteten, seelenlosen Geschöpfe.
Dabei sind u. a. hilfsbedürftige Mitmenschen, welche durch übermäßigen Konsum von Alcopops unter Ausfallerscheinungen wie Gesichtsfasching leiden oder spätpubertierende Mädchen, die vom Fotografen dazu animiert wurden, dessen homoerotische Phantasien auszuleben und sich dabei in lingualer Akrobatik zu üben.
Ansonsten halte ich diese Blättchen durchaus für sinnvoll, denn man kann sich schnell einen Überblick über die lokalen Geschehnisse zur sinnvollen Freizeitgestaltung verschaffen.
25. Januar 2007 um 11:44
Hochinteressant, so ungefähr stellt man sich die Shootings auch vor. Drogen werden den Models nach Deiner Aussage ja nicht verabreicht, das beruhigt. Zum Mehrwert der Magazine: Welcher der drei Terminkalender nun der Beste ist, richtet sich wohl eher nach dem persönlichen Geschmack – geht man lieber zur Gabba-Night in die Großraumdisko oder zur Lyriklesung ins Thalia? Jeder ist seines Glückes Schmied!
25. Januar 2007 um 11:57
Ein Haufen geraubter Seelen liegt im Online-Archiv der »piste« begraben:
http://www.piste.de/nightlife/review-details.php?pisteSID=1169718735341386&StadtID=2&ID=4356
Der mit der Axt und dem christlichen Gewand bin ich.
25. Januar 2007 um 12:09
Sauberes Kostüm, der Herr, so zwischen »Freitag der 13.« und »Der Mönch mit der Kugelpeitsche«! Der Maddin macht unter den Anwesenden noch den seriösesten Eindruck, meine ich.
25. Januar 2007 um 12:15
“Das Team LastKahn öffnete die Forte unter anderem für die Teletapies, Drei Engel für Charlie, Desperate Housewives, Fred Feuerstein und vielen anderen Namenhaften Moviestars.”
Chapeau, Pistler!
25. Januar 2007 um 12:21
Nachdem ich der »Pistensau« gegenüber erwähnte, dass mir seine Kamera gut gefällt, wollte er kein Foto mehr machen. Er müsse dringend zu einem anderen Event.
25. Januar 2007 um 12:20
Caramba, das klingt nach Freestyle-Prosa! Die »Forte« statt »Pforte«, also Tor zur Kraft! Und »Teletapies« sollen gar keine »Teletubbies« sein – gemeint ist das »Taping«, also subtile »Bonding«-Wünsche des devot-passiven Publikums. »Namenhafte Moviestars« sind eben nicht nur »namhaft«, sondern haften auch für diese medial suggerierten Bedürfnisse.
25. Januar 2007 um 12:31
“Sehr beliebt ist das erfolgreiche Blatt mit wilder Website bei Discogängern wegen der vielen Vollrausch-Schnappschüsse”
..das ist völlig ok. Der Alterschwerpunkt der Abgebildeten dürfte bei 14-29 liegen und in dem Alter hatte ich neben einigen anderen Dingen eigentlich nur Partys und Muschis im Kopf. Dementsprechend blöd sah auch ich auf diesen Bildern aus. Herr Lück übrigens auch (die Bilder natürlich!!!)
25. Januar 2007 um 12:36
Ekkard: Ja, wir sollten uns alle freuen, dass die SMS-Generation endlich in der Publizistik angekommen ist…
25. Januar 2007 um 12:39
gröll
25. Januar 2007 um 12:40
@ Martin »…das ist völlig ok« Richter: So ist es, kein Einspruch. Alles andere als altersgemäßes Sammeln von Exzesserfahrungen wäre beunruhigend!
25. Januar 2007 um 20:13
Noch ein Nachtrag zum Rumtasting. Am betreffenden Herrenstammtisch (danke für die Erwähnung, Martin!) hatte ich noch die Vermutung eingeworfen, dass Rumtasting vielleicht die plattdeutsche Umschreibung für Brustkrebsvorsorgeuntersuchung ist. Naja, es war eben Herrenstammtisch …
26. Januar 2007 um 09:17
Verstehe. Gibt es eigentlich bei Euch auch so ein schönes, gedrechseltes Zinngestell mit Schnappsgläschen in der Mitte? Das fand ich als Kind immer ziemlich großartig. Stiefeltrinken, bis es gluckst, gibt es ja leider auch nicht mehr so oft. Genauso wenig, wie Herrengedecke und diese in Fraktur gesetzten Schilder mit Sinnsprüchen: »Wenn´s Arscherl brummt, ist´s Herzerl gsund!« Aber das hatten wir ja schon mal.
26. Januar 2007 um 10:36
Nein. Gibt es alles nicht. Es ist eine schöne unregelmäßige Veranstaltung, die (vielleicht zur Abschreckung Fremder?) einen hässlichen Namen trägt. Und in der personellen Zusammensetzung allerlei abseitige und unnütze Gedanken produziert wie den erwähnten. Keine Klischees bitte.
26. Januar 2007 um 11:41
[...] Gestern gab es hier einen schönen Eintrag über Rostock Stadtmagazine. Selbiger ermutigte mich, einmal das Internet-Angebot der "Piste" zu besuchen. Dort findet man die Fortsetzung dessen, was Victor Klemperer immer noch unruhig in der Kiste rotieren lässt: Es fehlte an Nichts. Der rote Teppich zu den Füßen. Ein Gläschen Erdbeersekt zur Begrüßung. Und wie erwartet, jede Menge kreative, tanzwütige Partyfreunde. Am 7. Oktober wurde wieder ein ganz besonderes Motto celebriert. Das Team LastKahn öffnete die Forte unter anderem für die Teletapies, Drei Engel für Charlie, Desperate Housewives, Fred Feuerstein und vielen anderen Namenhaften Moviestars. DJ Homeboy „Z“ hat die Charts gerockt und die Klassiker geehrt. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Und so wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Mit ein paar wenigen Fotos von der Party möchten sich die LastKahnMacher bei den vielen Gästen bedanken und man hofft natürlich, dass auf der nächsten Party, wieder alles rockt. Danke sagen Frank, Helge, Steffen, Matti und Maddin. Bis zum nächsten Mal in der Orange-Lounge. [...]
26. Januar 2007 um 16:42
Da schau her, ein Trackback! Ich wüsste auch gern, wie das geht. Habe bereits probiert, ebensolche Trackbacks in den Blogs unserer geschätzten Damen und Herren Gäste zu hinterlassen, jedoch ohne Glück. Vielleicht ein andermal! Keep on trackbacking!
26. Januar 2007 um 17:11
Vielleicht, weil nicht jeder Trackbacks zuläßt? Unter Umständen wird diese Entscheidung auch konditional getroffen – haben Sie wieder für Viagra geworben, Herr Bäuerle?
26. Januar 2007 um 17:23
Nein, ich biete aber die bekannten »30-Extra-Inches, better than your friends!« Ich mache die OP übrigens selber, jeden dritten Samstag in einer thailändischen Volksküche. Das senkt die Nebenkosten und es kommt nichts weg.
27. Januar 2007 um 00:22
Sounds promising! Noch Termine frei?
Original-Aufstöhn-Zitat meines Kollegen Kuppi nach dem morgendlichen Start von “Apple Mail” und Begutachten des “Junk”-Ordners:
“Wenn ER bei jeder eingehenden Schwanzverlängerungswerbemail auch nur einen Nanometer wachsen würde, müsste ich IHN auf ‘ner Kabeltrommel tragen.”
29. Januar 2007 um 09:26
Allerdings. Und wenn ich die angebotenen 12.145 Russinnen geheiratet hätte, bräuchte ich auch die mir bisher offerierten insgesamt 744 Kubikmeter Viagra.
29. Januar 2007 um 14:57
… und es gab Tage, da habe ich tatsächlich nix bestellt!
29. Januar 2007 um 14:59
Ich brauch kein Viagra. Aber um vollkommen funktionieren zu können, benötige ich beim Akt immer zusätzlich 1,5 Liter Blut.
29. Januar 2007 um 15:17
Bestimmt statt der berühmten Zigarette danach, gell! Dann Prösterchen, Graf Maddula! Oder war was anderes gemeint?
29. Januar 2007 um 15:20
Ach iwoooo. Wo denkst du hinnnnn? Rotwein liegt mir nun mal nichhhhh.
6. Dezember 2008 um 21:12
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9. Dezember 2008 um 14:04
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