Schütze Deine Platten!
Die Hansestadt Stralsund ist schuldenfrei: Während Rostock laut Medienberichten in gefasster, würdevoller Haltung der Zwangsverwaltung und massivem Stellenabbau entgegen geht, haben die Strelasunder vor kurzem einen Teil des Immobilienbesitzes ihrer Wohnungsgenossenschaften an einen Bremerhavener Spezialisten verkauft. Mit dramatischen Konsequenzen!
Damit kann die Stadt Stralsund nicht nur mit einem Schlag ihre Schulden begleichen, sondern sich auch für die Zukunft rüsten: Kitas, Kultur und Wirtschaftsförderung können sich freuen. In Rostock bleibt übrigens alles so, wie es ist. Schließlich weiß man ja nie, was der böse Privatinvestor mit den herrlichen Plattenbauten anstellen würde. Am Ende noch abreißen! Undenkbar!


12. Juli 2008 um 04:09
lese ich da eine versteckte sozialismus kritik…
schon mal jemand aufgefallen, dass in stralsund die wichtigsten museen da stehen bzw. neu gebaut werden, wo touristen und bürger flanieren. da kann frau ida schillen noch was lernen.
13. Juli 2008 um 09:49
Ach was hat Frau Schillen uns nicht schon alles geschenkt. Brunnen, Statuen und Lacher auf Ihrer Seite.
Ich denke es ist nicht so schlecht vor dem Verkauf mal drüber nachzudenken ob es am Ende die Stadt nicht teuer zu stehen kommt. Aber pauschal alles ausschließen währe zu kurzsichtig gedacht.
14. Juli 2008 um 11:45
@ Ach was hat Frau Schillen uns nicht schon alles geschenkt
Ich denke da nur an das optimal gelegene Schiffahrtsmuseum. Die Besuchermassen bringen das Museum absolut an seine Grenzen.
15. Juli 2008 um 15:58
Seit wann schielt Rostock neidisch nach Stralsund? Dazu besteht doch gar kein Grund. Im Gegenteil: Erst jetzt wurde doch sogar der Handballerfolgstrainer vom Strelasund an die Warnow gelotst. Jetzt noch rasch eine Mannschaft kaufen (Trainer würde sich ja ohne Team auch langweilen), schon gehts aufwärts….
15. Juli 2008 um 23:32
Kann mal einer die Lacher aufzählen?
20. Juli 2008 um 13:20
Hoh, vor ein paar Monaten war hier ein Artikel, der ging in genau die entgegengesetze Richtung.
Die Frage stoß anscheinend immer wieder auf. Naja, erstmal schauen, wie lange Stralsund schuldenfrei ist.
21. Juli 2008 um 10:33
@ “Am Ende noch abreißen! Undenkbar!”
Man möchte es nicht hoffen, Herr Bäuerle.
Wir beide leisten und ja noch den Luxus, in Stadtnähe zu residieren. Der Rostocker Mietspiegel – so wie einige andere Spiegel auch – gehören bundesweit zu den höchsten. Sind die Platten erst weg, dürften auch die Mieten weiter steigen. Genug Eigentümer und Alte mit ordentlich Rente gibt es ja.
Für uns Mittelschichtler hieße das: Auf Wiedersehen Rostock! In Hamburg sind die Mieten zwar auch nicht niedriger. Aber bezahlbar, weil die Gehälter doppelt so hoch.
22. Juli 2008 um 14:04
@ Sind die Platten erst weg, dürften auch die Mieten weiter steigen
Wieso das denn? Die großen Neubaugebiete werden so oder so zurückgebaut. Da ist ein simples Ergebnis der demografischen Entwicklung: Die „Aufbaugeneration tritt in den nächsten 20 Jahren ab, die schlauen & mobilen ziehen fort und die Einkommensstarken „kaufen“ in der Stadt oder im Umland.
Tja, da ist sie wieder, die Angst vor dem bösen Privatinvestor, dieses quasi-sozialistische Denken, nachdem der Staat für uns alle zu sorgen hat.
Wenn der Rostocker gegen den Verkauf städtischer Wohnungen ist, dann sollte er auch sagen wo seiner Meinung nach gespart werden muss, bzw. die Einnahmen erhöht werden können. Bei weiter steigender Schuldenlast und dem immer näher kommenden Ende der Ostförderung, kommt für den Rostocker irgendwann einmal die Stunde der Wahrheit.
Ich würde nicht darauf wetten, dass es nach 2019 wieder einen Solidarpakt geben wird. Länder wie NRW (hier und nicht im Osten wird die Bundestagswahl entschieden) werden etwas dagegen haben, das es 30 Jahre nach dem Mauerfall so weitergeht wie bisher.
22. Juli 2008 um 15:26
Ja, ich befürchte auch, die Platten müssen irgendwann weg, da dort künftig immer weniger Menschen wohnen werden. Die Instandhaltung und Sanierung hat leider bereits viel zu viele Millionen verschlungen. Ich finde das völligen Wahnsinn. Das Geld sollte man in die Zukunft investieren, nicht in die Neubaugebiete von gestern.
23. Juli 2008 um 14:12
Natürlich hats nach der Wende – Rostocks Potential zu anderen deutschen Großstädten wie Hamburg entsprechend – gerappelt im Karton. Natürlich mussten bis 2005 rund 50.000 Leute Rostock verlassen. Denke aber, dass der Prozess sich fortan weiter verlangsamen wird, wie dies die letzten Jahre ja auch schon geschehen ist. Demographischer Schwund ist ausser bei Boomtowns immer – bei Rostock “künftig” vielleicht fünf Prozent.
Aber allein vier der “großen Neubaugebiete” schlucken heute und auch in den nächsten 12 Jahren eine nicht geringe Menge Einwohner. Lichtenhagen 13.467, Groß Klein 12.434, Lütten Klein 17.439 und Evershagen 16.056. (Quelle: Stadtamt der Hansestadt Rostock; Einwohnermelderegister Stand 2006). Wenn sie denen die Platte wegballern, müssen die ja irgendwo hin, oder?! Ich würde zumindest bis 2019 die genannten Orte stehen lassen. Wenn danach keine Kohle mehr rüberkommt, kommen die halt in den Westen. Wäre ja nicht das erste mal. ;o)
23. Juli 2008 um 14:26
Die genn von miros alle inwesten gehen – isch bleibier! Driemis ochnisch allsgold, dooo.
23. Juli 2008 um 14:33
Nu Du hasdgud rednoh. Deine hüdde blebt ja och stehn!
23. Juli 2008 um 15:03
Da hast Du Recht, aber die Platten sollen den Mietern ja auch nicht unterm Hintern weggeschossen werden, sondern nur nach und nach auf natürlichem Wege leergezogen – statt weiter güldene Lasvegas-Aufzüge und Reetdach-Imitate an die Formteile zu pappen. Was das Tuning kostet! Aber aus einem Trabbi machst Du nun mal auch durch Spoiler und Heckflosse keinen 911er. Ist ja auch gut so!
23. Juli 2008 um 20:10
@ 2019 die genannten Orte stehen lassen. Wenn danach keine Kohle mehr rüberkommt, kommen die halt in den Westen.
Ab 2019 gibts nix mehr, dann habe ich 30 Jahre gezahlt. Ich finde, dass reicht dann auch.
@Reetdach-Imitate
Gibts die wirklich?
23. Juli 2008 um 20:22
Dann mach mal doch bitte bis dahin schon mal das Herrenzimmer mit dem kleinen Balkon frei, Martin. Der Tonkopf mit dem Kampfmesser drin kann stehen bleiben. ;o)
23. Juli 2008 um 21:51
siehste, der Herr Lück hat Recht: der Westen gewinnt den Kampf um die Plattenbauten und die Teuerbrause: die BIONADE (westlich geplürrtes Getränk) gewinnt gegen das BIOS (östliches Imitat).
Also: wir sehen uns in 30 Jahren auf dem Balkon von Herrn Richter !
Gleicher Tag, gleiche Uhrzeit ! Wehe Sie kneifen !