Spezialität aus Rostock: Bowu vom Grill!

In Deutschlands tristen Gassen nehmen immer noch Brat- und Currywürste den Platz 1 ein – siehe oben. Doch Rostock hat sich in den vergangenen Jahren zur heimlichen Gourmetmetropole im Nordosten gemausert. Die urige Rostocker Bowu zählt zu den leckersten Spezereien unserer traditionsreichen Hansestadt. Der deftige Snack für unterwegs ist bereits in aller Munde!
Bowusoße , die teuflisch rote Tunke
Ganz schön scharf, die unheimlich raffinierte, rote Spezialsoße zur Wurst, nach Rostocker Originalrezept von erfahrenen Wursthändlern ganz frisch zubereitet. Die teuflisch tolle Tunke besteht zu fast 100 Prozent aus aromatischem Tomatenmark und essigsaurer Benzolsäure. Wohlsein!
Rostocker Bowu – Grillgenuss ohne Schnickschnack
Und erst die knusprige Rostocker Bowu! Mit der klassischen Currywurst hat diese Grillspezialität wenig gemein. Zartes Sägemehl wird mit feinem Tierfett und Geschmacksverstärker zur würzigen Füllmasse der saftigen Saitlinge verarbeitet. Das Ergebnis ist ein strammer Wurstkörper, der von Sachkundigen mit viel eiskalten Dosenpilsen abgelöscht wird. Das muss man probiert haben!

26. Oktober 2006 um 17:03
Wie? Kassler?
26. Oktober 2006 um 18:04
Darf man in einem Agentur-Blog Werbung machen? Ja. Deshalb hier mein Tip: »Edel & Scharf« in Kühlungsborn (auf der Seeseite des Restaurants »Vielmeer«) macht die beste Curry-Wurst im Norden! Für 7,50 gibts noch ein Piccolöchen Moet dazu. Das ganze zu zweit auf den Stufen der Jachthafens samt Meerblick genießen und… die Sägemehlgedanken sind wie weggeblasen!
PS: Die Wurst kommt übrigens aus einer kleinen Mecklenburger Metzgerei, die Soße wurde vom Chefkoch des Vielmeer komponiert und die Rezeptur für den Brötchenteig ist ebenfalls eine eigene. Serviert wird auf Porzellan und einer gold bedruckten Tellerserviette; gegessen mit langen Holzspießen…
26. Oktober 2006 um 19:03
Wie? BoWu gegrillt? Ach du scheiße, schreibt da schon wieder so ein blinder Schnippelwurst- oder “Ich-streu-mir-mal-Currypulver-auf-den-Ketchup-und-nenn-es-dann-Currywurst”-Liebhaber aus Wessiland über farbenfrohe ostdeutsche Grundnahrungsmittel?
Mein lieber Pseudo-Fastfood-Junkie, nur zur Info: die BoWu steht für BockWurst und wird geKOCHt. (Das ist der Vorgang mit dem großen Topf und dem heißen Wasser!) “Frääänkiiiies Körribratwuuurscht”, Rostocks Kultwörst überhaupt, ist, wie der Name unschwer erkennen läßt, eine 1a-BraWu!
Ach, was solls, bei dir Schickimicki-Italo-Gourmetfuzzi ist wahrscheinlich eh Hopfen und Malz verloren. Apropos: schreib doch beim nächsten mal einen Insider-Bericht über RoPi. Dann erfahren wir vielleicht wieder viel über unsere gute alte Fassbrause… :0)
Bon Apetito e Salute!
26. Oktober 2006 um 22:13
Wer keine Lust hat nach Kübo zu fahren, dem empfehle ich die Currywurst von Mordhorst am Rosengarten. Meines Wissens nach handelt es sich bei dieser Gaumenfreude, um eine in heißem Öl gebadete Rostocker Bratwurst ohne Darm. Serviert wird das Ganze in einer sehr leckeren Currytomatensoße (hauseigene geheime Rezeptur), deren Schärfe über die des bekannten Mitbewerbers hinausgeht. Auch das Ambiente dieses Tempel des Frittenfettes lässt kaum Wünsche offen. Es gibt sogar eine überdachte Sitzgegelegenheit!
Zu meinen Schulzeiten hielt sich zudem hartnäckig das Gerücht, dass das Frittenfett niemals ausgewechselt wurde!?! Vielleicht auch daher der überzeugende Geschmack.
In diesem Atemzuge kann ich auch die Pommes als Sättigungsbeilage zur oben genannten Wurst empfehlen. Da diese vermutlich im gleiche Fett gebadet wurden, ergibt sich ein sehr ausgewogens Geschmacksbild und beide Komponenten harmonieren hervorragend miteinander.
Meine Erfahrungen konnte ich über mehrere Klassenstufen im benachbarten Gymnasium sammeln, da es noch keine andere Alternative zur achso geliebten Schülerspeisung gab.
27. Oktober 2006 um 08:21
Köstlich, köstlich, köstlich. Ganz ehrlich – ich weiß garnicht, wo ich zuerst dinieren soll: Im Frack im Kühlungsborner Yachthafen oder bei Mordhorst, wo ich mich ja nur zwischen den gesichtstätowierten Stammkunden hindurch stemmen muss. Bevor mein Auto brennt: War natürlich alles nur Spaß! Rostocker Bowu mag ich leider viel zu gern – und die Soße erst recht.
27. Oktober 2006 um 09:51
Ich kann mich “Norman” nur anschließen. “Ich-streu-Currypulver-auf-den-Ketchup-und-nenn-es-dann-Currywurstâ€?. Es ist schon eine Zumutung was man alles so als Currywurst angeboten bekommt. Den was wir so beiläufig als Currypulver bezeichnen würde ein Inder im Winter nicht einmal auf die Straße streuen. Braucht es auch nicht. Hat ja keinen Schnee. Und so landen Woche für Woche Tonnen an Abfallprodukten aus Indien als Currypulver auf unseren Würsten. Lecker.
Inhalt, Form und Aussehen einer original Currywurst haben mit einer Bockwurst oder einer Bratwurst soviel gemein wie Gregor Gysi mit dem Wu-Tang Clan.
27. Oktober 2006 um 10:09
Knacker der Woche! Jetzt mit HipHop-Garantie: BowuBoyz are no Toys!
27. Oktober 2006 um 10:18
In Rostock ist man aber nicht nur stolz auf die Bowu. Ende der 80er Jahre versagte der FC Hansa Rostock seinem treuen Fanclub “Bockwürste” (aus Evershagen) wegen des Namens das offiziell eingetragene Fandasein.
27. Oktober 2006 um 10:45
Also beim Rappen ist Gysi sicher konkurrenzfähig, ansonsten mag er in seinem Gehabe einen anderen Stylt vertreten. Aus meiner Sicht bleibt erst mal die Ähnlichkeit unverkennbar. So geht es sicher auch einem Vegetarier und den Moslems vom Wu-Tang Clan, wenn sie eine gekochte, gebackene oder gepöckelte Platzpelle mit einer oben ohne vergleichen sollen.
27. Oktober 2006 um 11:26
Beim Thema Wurst kocht das männliche Gemüt hoch. Meins auch, weil ich aus Thüringen komme, dem grünen Herzen Deutschlands. Ich bin die Mutter aller Würste. Als solche nehme ich die Robra (Rostocker Bratwurst) in Schutz und drücke sie an meine Mutterbrust. Natürlich ist sie ein Verbrechen in den Augen jedes Thüringers – kurz, dick, darmlos und im halbrohen Zustand käsig. Wie ein toter Puller. ABER: Gebraten schmeckt sie gut und sieht auch nicht mehr so schlimm aus. Mittlerweile habe ich mich an sie gewöhnt und mich sogar ein bisschen verliebt.
Zum Vergleich: Echte Thüringer Bratwürste sind sehr lang, dünn, nicht vorgekocht und im gebratenen Zustand leicht angekohlt. Der Südthüringer, welcher eigentlich ein Franke ist, verzehrt sie ohne Senf. Ketchup wird mit dem Tod bestraft.
27. Oktober 2006 um 11:36
Fanclub “Bockwurst” ist mir noch gut in Erinnerung. Und selbst ehemalige Mitglieder/Gründer stehen inzwischen beim Verein auf der Lohnliste. Ja so kanns gehn. Schön fand ich auch den “Rigafanten-Club der Hunderter”.
27. Oktober 2006 um 11:51
“… inzwischen auf der Lohnliste des Vereins stehen…”
Also doch! Ich hab’ doch immer schon gesagt, dass Schober, die Bratwurst, die größte Bockwurst aller Zeiten ist!
27. Oktober 2006 um 13:26
Mir fällt da nur eine Geschichte aus meiner Jugend ein – als ich noch tote Tiere mit Vergnügen aß. Meine 24 (nur) männlichen Tischlerkollegen starrten mich mit besonderer Neugier an: “Nun wollen wir doch mal sehen, wie unsere Kollegin eine Bockwurst ist…” (grins grins…). Da sah ich (schüchtern, wie ich damals war) nur noch die Möglichkeit, ein Messer rauszuholen und die Wurst in klitzkleine Stücke zuzersäbeln. Das vielstimmige Gejaule habe ich immer noch in den Ohren.
27. Oktober 2006 um 13:52
Hart ist das Leben an der Küste! Das Schleckwurstgefühl kenne ich natürlich nicht, da man bei Männern ja nicht so drauf achtet. Was ich aber bei Männern sehr gerne sehe, ist meditatives Trinken. Gemeint ist das zäpfchenfreie Hinterstürzen, also das Einverleiben großer Mengen Flüssigkeit ohne Einsetzen des Schluckreflexes. Hat mich schon als Kind beeindruckt!
27. Oktober 2006 um 14:06
ein neues Wort für neue Alpträume: zum berühmten “Bockwursttod” kommt jetzt auch noch “Schleckwurstgefühl”. Herr Ober, bitte eine Portion Haferkekse…
27. Oktober 2006 um 14:23
CURRYWURST AUS HAMBURG ODER BERLIN?
Die Schriftsteller Uwe Timm und Gerd Rüdiger haben zum Erfinder der Currywurst gegensätzliche Theorien. Timm gibt vor, 1947 die erste Currywurst in Hamburg verzehrt zu haben. Rüdiger hält die Geschichte der Wurst eindeutig für eine Berliner Geschichte: Herta Heuwer habe 1949 in ihrer Imbissbude am Stuttgarter Platz zum ersten mal Currywurst serviert. 1959 ließ sich die Dame das Ganze patentieren! Hamburg oder Berlin?
Mehr dazu von Thomas Schmoll unter
http://rhein-zeitung.de/old/97/06/12/topnews/currywurst.html
11. Juni 2007 um 21:32
@Uschi
Bin ich ein Wirklichkeit ein Südthüringer in der Haut von einem Mecklenburger? Für mich darf den Geschmack einer gut gegrillten Wurst nur ein helles Brötchen halten. Warum würzt man sonst eine Wurst, wenn man diese Würze mit Ketchup und anderen Soßen wieder austreibt?
Aber ansonsten: Rostocker Bratwürste dürfen auf keiner lokalen Grillfeier fehlen!
@Heilix:
Denn waren es vllt doch die Inder
13. Juni 2007 um 06:57
Inder? Wer Kühe verehrt, stopft sie doch nicht in die Wurst, oder? Obwohl, das Curry haben sie ja zumindest immer gern verwendet. Wer weiß, wer weiß!
29. Juli 2011 um 07:11
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