Stadtbildrätsel für Dobi’s

Was zum Henker sind nun wieder diese bunten Dingsies am Doberaner Platz in Rostock? Man sieht Leute sie als Aschenbecher oder Spucknapf gebrauchen. Die seitlich angeordneten Tröten lassen eher eine Art Lautsprecher vermuten. Was ist das? Brauchten wir die; und gleich so viele? Wieviel (incl. Aufstellung/Wartung etc.) bezahlt man für so was und warum?

3. Dezember 2006 um 01:40
kunst und physik in einem. bunt für die kinder unter uns. hohl für die geneigten ascher und spucker. physikalisch aufeinander ausgerichtet für die verspielten handyverachter unter uns. ähnlcih der zwei betonspiegel im rostocker zoo.
handhabung? spucke und kippen entfernen! sich gegenüberliegende trichtertröten suchen! auf einer seite reintröten und auf der anderen seite gespannt lauschen.
fazit: lustige 2 minuten und dann daoch einfach nur häßlich. ein grund raucher zu werden; oder spucker.
3. Dezember 2006 um 15:28
Hatte ich auch schon fotografiert … Tolle Sache. Ich denke, wenn die Außerfriesischen kommen, werden Sie dort landen wollen – können sie aber nicht, weil sie sich in dem Drahtgeflecht über dem Dobi verheddern. Nein – ich denke, es wird so, wie ich vermutet habe. Aus dem Platz wird ein Gehege! Und wir sind die Tiere.
4. Dezember 2006 um 13:03
Gehege ist eine schöne Idee! Meine Kollegin sinnierte heute morgen, ob es sich wohl um Anschlüsse für Feuerwehrschläuche handelt. Unsere Praktikantin hat sich letzte Woche gar den Mund eingeklemmt beim Versuch, in die Röhre zu sprechen. Das muss man erstmal schaffen!
Ich nehme an, es handelt sich um ein Mahnmal gegen das Vergessen. Es soll daran erinnern, wie sensibel unser Innenohr ist. Ganz eindeutig handelt es sich bei den Gebilden auf dem Doberaner Platz um Gehörgänge verschiedener Nationalitäten.
Früher stand an gleicher Stelle Anni’s Grilloase. Da war auch nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, wo bei den anwesenden Skulpturen vorne und hinten ist.
4. Dezember 2006 um 13:25
Ein Mahnmal gegen das Vergessen! Jaaa! Das ist es! Auch wenn ich unlängst von einem Passanten hörte: “Kannste voll vergessen, diesen Schmarrn. Der größte Mist, den man sich ausdenken konnte [...]” Das war übrigens gerade zu der Zeit, als sich die Prominenz des Platzes und der Stadt in einem Infobus versammelte, um sich offenkundig selbstzubeweihräuchern, was schlussendlich (bei so viel heißer Luft) auch dazu führte, dass die Scheiben des Busses Milchglaskonsistenz annahmen. Anschließend verließ man freudestrahlend das Gefährt mit der Gewissheit im Bauch (oder anderswo), etwas für die Innenohre dieser Stadt/Welt getan zu haben …
P.S: Hat jemand sich eigentlich mal die Mühe gemacht, herauszufinden, welchem stadtnahen Künstler wir dieses WERK zu verdanken haben? Hat der Mann/die Frau sich eigentlich mit dem Lampenarchitekten abgespochen? Warum wusste der eine nix vom andern, man hätte sich ja mal abstimmen können. ….
4. Dezember 2006 um 15:29
»Am Doberaner Platz als Knotenpunkt des öffentlichen Personennahverkehrs wurden 13,6 Millionen Euro verbaut, so Helmut Holter in seiner Eröffnungsrede.«
Quelle: http://www.mvregio.de/show/19194.html
»Hätte man den Platz dafür nicht mit Reet überdachen und mit lackierten Zuckerwattespendern ausrüsten können? Ich will meinen Solidarzuschlag zurück, Ihr Deppen«, so Schubert Schwämmle bei einem seiner Selbstgespräche.
4. Dezember 2006 um 16:01
“Es ist gut angelegtes Geld, wenn es gelungen ist, mit Unterstützung aus der Städtebauförderung, die Attraktivität der Innenstadt Rostocks Jahr für Jahr zu erhöhen.”, schreibt Herr red/korr/hro von MVregio Rostock in diesem Artikel.
Und er hat Recht! Es ist gelungen, die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen! Den Doberander Platz lassen jetzt tatsächlich mehr und mehr Gäste einfach aus und gehen gleich ganz nach “innen” in die Kröpi.
4. Dezember 2006 um 19:47
….P.S: Hat jemand sich eigentlich mal die Mühe gemacht, herauszufinden, welchem stadtnahen Künstler wir dieses WERK zu verdanken haben….
Ja, DAS würde mich auch einmal interessieren! Und ich will auch wissen, wer die Budgethoheit hat. Von der Kohle hätte ich nämlich auch gerne was.
Von wegen, Freiheit der Kunst.. nach der “Schaukel” ist das schon die zweite “Perle” dieser Art im Rostocker Stadtbild
4. Dezember 2006 um 21:05
Ja Leute, kommt; das muss doch rauszufinden sein. Die schönste Erklärung, die ich heute gehört habe war, dass die insgesamt 12! Spucknäpfe die Ziffern einer überdimensionalen Sonnenuhr wären. Ein 36 m hoher Stahlbetonzeiger, den man dann bei guter Sicht noch von Warnemünde aus sehen kann, soll 2007 folgen. In seinem Schatten kann der Umsteigende rasten oder auch – dank der geplanten 2.900 Klettergriffe die »Wände hochgehen«…
@ Gunnar: Du kannst »Werk« wieder normal schreiben, es wird Dir nichts passieren.
4. Dezember 2006 um 21:50
@ Gunnar. LOL. WERK muuuhhaaaaaaaa. Aua, aufhöööören.
4. Dezember 2006 um 23:07
@ Peter: Ach – hab ichs groß geschrieben? Ich habs schon wieder getan! Sorry – die Konditionierung hat wohl funktioniert, oder wars die Schrifterkennung meines Rechners, die noch falsch gepolt war? Ich weiß es nicht … aber gut, dass es mal jemand ausspricht. Jetzt kann ich endlich wieder ruhig schlafen! Danke.
4. Dezember 2006 um 23:18
Mir ist da gerade so eine Idee gekommen. Vielleicht symbolisieren diese Ungetüme das Sprachrohr der Stadt. Vielleicht hat man damit einen heißen Draht zur neuen kommunalen Verwaltungsoberschicht oder so … Also sammelt euch und bewegt euch zum Dobi, sprecht all eure Sorgen ins rote, grüne oder violette Telefon und wartet 2 Minuten, bis euch die grün- (oder waren es jetzt schwarz-?)-uniformierten Angestellten der Stadt abholen und euch der gerechten Strafe zuführen
Habt ihrs gemerkt? Es kommt keiner! Woran das liegt? Der Anruf geht ins Leere. Am anderen Ende muss ja auch jemand sitzen/stehen, der euch zuhört! Und das hat je bekanntlich noch nie so richtig funktioniert.
6. Dezember 2006 um 15:13
Habe das geheimnisvolle Thema mal recherchiert. Im 18. Jahrhundert war Bad Doberan ein Manufakturzentrum für Schiffspumpengestänge. Diese Gestänge wurden, vor ihrer Verschiffung im Rostocker Stadthafen, auf einer Industriebrachfläche zwischengelagert. Sie befand sich etwa dort, wo heute der Doberaner Platz ist.
Der Einfachheit halber wurden die Pumpengestänge zur Inspektion vertikal in den Lehmboden gerammt. Von dort aus ging es weiter per Pferdewagen an Bord und nach Skandinavien zu den Werften. Felix Büttner, selber begeisterter Segler, hat zur Erinnerung an diese maritime Erfolgsstory eine Skulptur aus stilisierten Pumpengestängen gestaltet, die dem Platz etwas Leben einhauchen soll. Das Interesse zumindest hat er geweckt, wie man hier deutlich sieht!
Deutsche Pumpen in Skandinavien:
http://www.pumpen.de/ksb/web/COM/de/company/news/
1_20Presse/1a__Technik/Mongstatt/Mongstatt.html
6. Dezember 2006 um 15:26
Ach nee – Herr Büttner! Hätte ich mir ja gleich denken können. Ist er eigentlich schon fest angestellt bei der Stadt Rostock? Hat ja schon einige tolle Sachen kreiert, ich denke da insbesondere an die Skulptur für EURAWASSER auf der IGA. Die Firma selbst konnte sich bei dem Offshore-Gerüst tatsächlich wiederfinden. Jeder zweite IGA-Besucher hat auch sofort erkannt, dass dieses bunte Seegespenst mit dem Wasserversorger in Verbindung zu bringen ist. Dementsprechend hat diese Firma auch Herrn Büttner und nicht meinem damaligen Arbeitgeber den Zuschlag für die Konzeption und Gestaltung erteilt.
Bravo!
6. Dezember 2006 um 18:40
Das grundsätzliche Vorgehen ist ja gar nicht so blöd (und auch nicht neu): Man suche einen Platz, eine zu diesem Platz passende gute Geschichte und verbinde das Ganze mit Kunst.
Leider ist die Geschichte ist in diesem Fall aber genauso schwach wie die Kunst. “Große geschichtliche Emotionen? “Ahh… das ist also der Platz von dem die Pumpengestänge nach Skandinavien gingen…” mhh ja ja
Sorry, aber das muß jetzt sein: Pumpengestänge und reinrammen ist doch ein gepflegter Altherrenwitz
Ich nehme mal an, es gab keine öffentliche Aussschreibung/ Beteiligung der Bevölkerung?
6. Dezember 2006 um 22:04
mit sicherheit nicht. ausschreibungen sind doch was für für … für … na ihr wißt schon … für träumer. ganau.
7. Dezember 2006 um 09:30
Aha, Pumpengesänge ohne Ausschreitung.
Werden wir unserer Träume beraubt oder ist hiermit der Beweis erbracht, dass sich an deren Stelle eine Grube dunkler geistiger Materie befindet?
SKANDINAVIEN! Das ist überhaupt nicht witzig. Ha.
7. Dezember 2006 um 10:05
Um genau zu sein:
Die Gestaltung des Platzes wurde meines Wissens, wie theoretisch jede Form von Kunst im öffentlichen Raum, von der zuständigen Stelle ausgeschrieben. Die Konzeption war angeblich sogar mit einer genauen Lageskizze und historischem Epilog im Rathaus einsehbar. Das Thema ist aber wohl persönliches Steckenpferd eines anonymen Stifters, vielleicht von Angehörigen der Industriellenfamilie, die damals vom aufkeimenden Fernhandel profitierten. Sie haben dem Stadtsäckel für die Konstruktion, Gestaltung und Montage nichts berechnet, habe ich mir sagen lassen. Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul!
7. Dezember 2006 um 10:38
Dann wäre auch klar, warum die Ausschreibung gewonnen wurde – seh “überzeugendes” Konzept!
Wir können nur froh sein, dass auf dem Platz früher keine Hexen verbrannt wurden, sonst hätten wir womöglich an gleicher Stelle nun einen riesen Scheiterhaufen, mit Kunstlicht aufgepeppt (von wegens der Sicherheit) und gesponsert vom Spezialholz-Produzenten Stöckl in Zusammenarbeit mit dem Förzke Baumarkt ….
Eine Idee! Lasst uns doch mal eigene Konzepte zu diesem Platz entwickeln! (Wahrscheinlich besser, dafür einen neuen Thread zu eröffnen) Wir sammeln die Ideen und schicken Sie dann an unsere Stadtverwaltung, getreu dem Motto: Das wäre ihr Preis gewesen …
7. Dezember 2006 um 13:03
…Naja, jetzt muss ich wohl Farbe bekennen: Habe mir die Geschichte auch nur ausgedacht – aber es könnte doch so sein, oder?
7. Dezember 2006 um 13:07
gröll…
7. Dezember 2006 um 16:59
Herr Bäuerle, das war sehr schön ausgedacht und ganz nah an der Realität. Im Ernstfall war es nämlich immer Felix Büttner.
7. Dezember 2006 um 17:53
Dann werde ich mal fix zum Dobi tigern, in der Hoffnung, dass die frisch gepflanzten Tröten auch nur ausgedacht sind
Vielleicht treffe ich ja Herrn Büttner bei der Inventur.
Fällt mir noch ein: Ich weiß, warum es so viele sind! Damit es nicht auffällt, wenn eine davon wie unsere berühmte Trinkende – die künstlerisch selbstverständlich nicht mit diesem WERK zu vergleichen ist – stibizt wird.
8. Dezember 2006 um 10:07
Und doch könnte die Geschichte passen. Unterstützt von ortsansässigen Mitgliedern der Initiative “Bunt statt Braun” wurden die rostigen Rohre eingefärbt, in den Beton gerammt und damit obendrein die Entsorgungskosten gespart.
8. Dezember 2006 um 11:19
»Bunt statt Braun« ist doch auch ein interessanter Ansatz… Vielleicht sind es ja Kloschüsselen und die blauen DIXI-Hauben werden noch geliefert…
8. Dezember 2006 um 11:54
Wäre auch preiswerter als das Fäkal-Mamor-Mausoleum am Ulmenmarkt … oder?
8. Dezember 2006 um 16:37
Nanana, wenn es der Massivklotz links vom Rostocker Stadttor ist, den Du hier kritisierst, so muss ich Partei für ihn ergreifen. War dort bereits Gast und habe 50 Cent eingeworfen. Herrliches Teil!
11. Dezember 2006 um 16:44
Und – hast Du Dich verlaufen? Bist Du Lenin begegnet? Konntest Du auch das tun, wozu Du hergekommen bist?
11. Dezember 2006 um 17:46
Irgendwie trifft alles zu. Der innere Lenin ist ja vielleicht auch ein Zustand, in dem Vergangenes zum Vorschein kommt. Und dafür war ich ja da!
11. Dezember 2006 um 18:47
Der innere Lenin! Das ist es! Wenn ich fortan Stuhlgang habe, werde ich mich mit den Worten: “Ich muss jetzt mal mit meinem inneren Lenin kommunizieren” empfehlen. Sehr schön!
12. Dezember 2006 um 11:35
Finde ich ein eher schwieriges Bild, da du ja gerade dabei bist, deinen inneren Lenin zu veräußern. Dann lieber die ehrliche Verklausulierung: Ich geh mal meine Großmutter verkaufen.
12. Dezember 2006 um 12:18
Nein lieber Ekki hier irrst du. Das Mausoleum ist in der Tat auf dem Ulmenmarkt. Er liegt zwischen Saarplatz und Little Money.
Hier hatte die Stadt Rostock kurz nach der Wende dem Gott der Porzellanschüssel ein Opfer da gebracht. In Form eines Marmor-Klotzes.
12. Dezember 2006 um 12:49
Na, das will ich doch wohl auch meinen. Ich hatte mich garnicht getraut, zu widersprechen, immerhin entwickelt sich HRO so schnell, dass einem schwindelig wird. Da kommst Du O-beinig sprintend mit einer fast vollen Hose gerade so am Ulmenmarkt an und musst feststellen, dass DEIN Palast nicht mehr an Ort und Stelle steht, sondern in die Innenstadt umgezogen ist. Was machst Du dann?
12. Dezember 2006 um 12:51
Wie wärs eigentlich mal mit einer vorweihnachtlichen Ortsbegehung?
12. Dezember 2006 um 18:18
… Was machst Du dann?
Aus dem O ein X.
13. Dezember 2006 um 15:57
@greh: Du kannst mir kein X für ein O vormachen, Du!!!