Stufe 3 – Abgeordneter, was verdienst Du?

Seit Kurzem sind bekanntlich unsere lieben Bundestagsabgeordneten, abgesegnet durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 04.07.2007, verpflichtet worden, ihre Nebeneinkünfte offenzulegen. Wie dies aussieht kann jeder auf der Webseite http://bundestag.de/mdb/bio/index.html nachvollziehen.
Dort steht für jeden der Volksvertreter geschrieben, wieviel er für die Erhaltung des Friedens und des Kapitalismus nebenbei malocht. Allerdings ist auch dies, wie vieles in unserer Demokratie wieder so verklausuliert worden, dass mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden.
Der Herr Ex-Innenminister, Otto Schily, beispielsweise verdient bzw. bekommt zweimal Stufe 3 und einmal Stufe 1. Man kann ihm dabei übrigens nur wünschen, dass dieses Zahlungsmittel auch anerkannt wird. Nein – im Ernst: Stufe 3 bedeutet, einen Nebenverdienst von über 7.000,- EUR zu beziehen – es können also durchaus auch 170.000,- EUR sein. Transparenz wird gottlob nun endlich großgeschrieben!
So kann sich jeder durch die Reihen der Parlamentarier zappen und einmal schauen, wer denn nun zum König der Ferienjobber ernannt werden sollte. Ich suche noch. Und glaubt es mir: Das macht auch keinen Spaß!

16. Juli 2007 um 11:02
… ich wähle sie alle ab!
16. Juli 2007 um 11:03
Interessant wäre doch wirklich herauszufinden, wer hier den Bock abgeschossen hat, oder?
16. Juli 2007 um 11:05
traumjob: politiker in der zweiten amtsperiode.
16. Juli 2007 um 12:27
Vielleicht für Euch interessant: Neben meiner Tätigkeit als Blogtexter bin ich Aufsichtsratvorsitzender von EADS, Sonderbotschafter der USA für den Nahen Osten, Gouverneur von Kalifornien und Spitzenkandidat der CDU bei den kommenden Bundestagswahlen. Und ich bin mir trotzdem nicht zu schade, hier für Euch zu schreiben. Seid nicht so undankbar!
16. Juli 2007 um 12:30
Schily ist doch arm dran, nur Stufe 3. Wie neidisch wird er auf die vielen mit Hartz IV schielen.
16. Juli 2007 um 13:01
Die Rolle des unbekannten Dr. Karl Lauterbach, SPD, Jahrgang 1963, wäre für mich vollkommen ausreichend. Sechshundertdreizehn solcher Volksvertreter füttert allein der Bundestag! 5 mal Stufe 3 (Mindesteinkommen: 35.000; können auch 350.000 sein) und 1mal Stufe1 (3.500) – macht 38.000 Mindesteinkommen im M O N A T! Das Hundertfache eines Hartz IV-Empfängers. Und auch deutlich mehr als z.B. ein Brutto-Jahresgehalt nach Hochschulabschluß und mit über 10 Jahren Berufserfahrung in der Werbung. Menschen die soviel mehr leisten und Wert sind als ich oder meine Kollegen haben meinen Respekt.
16. Juli 2007 um 13:10
@..»Spitzenkandidat der CDU…«
Sie als spitzen Unterwäschekandidat in Spee – ja, daß wollen die Leute sehen!
16. Juli 2007 um 13:36
MdB Anonymus
Liebe Wähler des Blog 8. Als MdB ist mir mit Rücksicht auf meine politische Stellung nur ein anonymer Kommentar möglich. Ich bitte dies im Vorfeld zu entschuldigen, denn meine gleich vorgetragene Meinung wird Ihnen eventuell nicht gefallen.
Kurz und gut, wir arbeiten wie die Hafennutten (um mal im Küstenschnack zu bleiben hö hö) für das Wohl des Vaterlandes und dabei kann es schon mal vorkommen, dass sich mit dem einen oder anderen Lobbyisten eine intensive Beziehung ergibt, die dann eventuell zu einem vordergründig anrüchigen Beschäftigungsverhältnis führt.
Beispielsweise bei einem Energieversorger oder einem Interessenverband der Bauwirtschaft. Natürlich gibt es auch Anwälte unter meinen Kollegen im Bundestag, die manchmal nicht unbedingt interessenneutrales Mandat übernehmen.
Aber all dies liebe Wähler des Blog 8 geschieht im Interesse und des Wählers und zum Wohl des Vaterlandes. Dieses Verfahren hat auch einen ganz praktischen Grund, den ich Ihnen gerne erläutern werde. Es ist doch so, ein normaler sozialdemokratischer Lehrer der nun Mitglied des Bundestages ist, verfügt einfach nicht über das notwendige Wissen oder sagen wir das Rüstzeug, um Fachfragen beispielsweise der Finanzpolitik zu beantworten. Dieses Beispiel lässt sich natürlich auch auf andere Fachgebiete übertragen. Vor diesem Hintergrund ist eine Verbindung mit der einen oder andern Interessensgruppe also durchaus sinnvoll.
Ich muss mich hier stellvertretend vor meine Kollegen stellen und ich muss in diesem Zusammenhang auf die immer noch geltende Unschuldsvermutung hinweisen.
In diesem Sinne liebe Wähler des Blog 8. Machen Sie es gut. Wenn Sie wüssten wie wir hier Sie um die Ostseeküste beneiden. Ach, diese jungen Körper am Strand
16. Juli 2007 um 14:09
Zitat: »…ein normaler sozialdemokratischer Lehrer der nun Mitglied des Bundestages ist, verfügt einfach nicht über das notwendige Wissen…um Fachfragen beispielsweise der Finanzpolitik zu beantworten.«
Sozialdemokratische Lehrer haben mich meine ganze Kindheit und Jugend über begleitet. Ich dachte eine Zeitlang, es gibt keine anderen Erwachsenen außerhalb meines Elternhauses.
Heute weiß ich, wie klug und wichtig diese Menschen sind: Sie verdienen gut, haben viel Freizeit und zu allem eine Meinung. Nur in die Aufsichtsräte dürfen sie nicht hinein. Warum bloß?
16. Juli 2007 um 14:55
Lieber Herr Anonymous! Es ist sehr löblich, dass es einige Politiker gibt, denen der Sinn nach Weiterbildung steht. Ich dachte schon, es wäre Grundvoraussetzung für ein politisches Amt, fachfremd zu sein.
Nun aber den praktizierten Lobbyismus mit der fehlenden Kompetenz zu begründen, halte ich für sehr gewagt.
In der freien Wirtschaft bezahlt der Einzelne für seine Weiterbildung, sofern der Arbeitgeber dies nicht unterstützt, natürlich SELBST. Bei Ihnen scheint es offenbar so zu sein, dass Sie für die Weiterbildung von den jeweiligen Interessengruppen Geld bekommen. Das ist durchaus ein sehr interessantes Modell, welches ich gern selbst in Anspruch nehmen würde. Können Sie mir da irgendwie helfen? Vielleicht können Sie ja die nötigen Kontakte knüpfen?
18. Juli 2007 um 11:08
Die Liste ist wie vieles lückenhaft. So werden beispielsweise (in anderen Länder üblich) keine genauen Zahlen erfasst. Und auch nur regelmäßige Bezüge. Einmalzahlung und Honorare werden nicht berücksichtigt. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Nur der Fiskus wird es wissen.
18. Juli 2007 um 11:51
Tut er das?
18. Juli 2007 um 15:00
Mehr geschmiert als hier wird eh nirgends. Manchmal reicht da schon ein Fahrrad für den Sohnemann oder ein Hubschrauberflug ins Westhotel. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?
19. Juli 2007 um 07:02
Alles keine Kunst!
25. Januar 2008 um 06:17
[...] Kriterien richten sollte: 1.) Kompetenz 2.) Verantwortung Jetzt gehe ich mal davon aus, dass die meisten Studierten eine hohe Kompetenz haben, also auch viel verdienen sollten. Und wer viel [...]
26. Januar 2008 um 06:18
[...] sollten mindestens 50 EUR überbleiben, und zwar als Gewinn, nach abzug aller Kosten wie z.B. Fahrt zur Post, Ebay-Gebühren, Telefonate usw. Für Service sind privat IMHO ca. 30 – 50 EUR die Stunde [...]
29. Januar 2008 um 06:17
[...] ja wohl indirekt Du postuliert. > Du hast gesagt, dass für UNS die fetten Jahre vorbei sein. > > Wie passt denn da in’s Bild, das für einen kleinen Teil dieses “UNS” > die Einkommen [...]
30. Januar 2008 um 06:17
[...] “Wie soll der Physiker seine Existenz rechtfertigen”, wenn man > das gleiche mit 1% des Geldes erreicht? Also ich bezweifle, dass Physiker, die an der heissen Fusion forschen signifikant mehr [...]