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Rostocker: Deutschlands Modemuffel Nr.1

Im Jahre 1855 wurde in Mecklenburg-Vorpommern die letzte öffentliche Enthauptung durchgeführt. Der unglückliche Mann, den es traf, war nicht nur ein Mörder und Ehebrecher, er war auch Schneider. Damit hatte er einen Beruf ergriffen, dem bis heute im Nordosten Deutschlands nichts als Verachtung zuteil wird. Schneiderei und Mode sind dem heroischen Nordmenschen nichts als eitler Tand, gibt es doch beim Kik schon für runde fünf Euro Freizeitanzüge aus Ballonseide für die ganze Familie!

Einspruch, wird manches getroffene Rostocker Fashion-Opfer da schreien. Doch Gemach! Die obigen Aussagen wirken gewagt, fußen aber auf kalter Statistik, die keinen Irrtum duldet. Das renommierte Stuttgarter Institut für Rationelle Psychologie erstellte im Auftrag des Männer-Lifestyle-Magazins »Men’s Health« vor kurzem eine Studie über die männliche Eitelkeit in den fünfzig größten deutschen Städten. 8674 Männer beantworteten je 24 Fragen.

Aus den Antworten wurde ein Eitelkeitsquotient ermittelt. Er reicht von 0 (ganz und gar uneitel) bis 200 (extrem eitel). Das Ergebnis: Besonders eitel ist man in Stuttgart, Frankfurt und München. Die uneitelsten Männer leben – man lese und staune – in der Hansestadt Rostock, die statistisch den fünfzigsten und letzten Platz in der Hitparade der Eitelkeiten belegt. Ist das jetzt gut oder schlecht?