Trödeltipps für Rostock und Berlin

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Flohmärkte dienen dem preiswerten Einkauf, der Unterhaltung und der Körperertüchtigung. Wen es nicht gelüstet, in enge Leibchen gepresst und mit Schnott an der Nase durch den Herbst zu rennen, den treibt es am Wochenende zum Trödel! Ob am Globus Roggentin, HEROS, Hansecenter Bentwisch, Citymarkt, Ostseepark oder dem Bauhaus gegenüber: Das Angebot ist riesig und vielfältig.
Alles für Omi und XBOX
Spiele für die XBOX, Kuckucksuhren für die Omi und Blumenkohl fürs Abendmahl werden mittlerweile neben einander auf den kunterbunten Rostocker Sonntagsmärkten feilgeboten. Anatolische Gemüsehändler bieten schreiend ihre Frischwaren dar und asiatische Grazien bezirzen Doberaner Mumpen*, doch mal in eine fleischfarbene Anglerweste in Größe XXXL für 7,77 Euro zu schlüpfen. Ein Riesenspaß für Groß und Klein, denn wo sonst bekommt der Mecklenburger mal waschechte Ausländer zu sehen?
Tipps für Berliner Flohmärkte
Auch bei einem Ausflug nach Berlin muss der geneigte Lumpensammler auf seine Leidenschaft nicht verzichten: Am Arkonaplatz gibt es sonntags alles, was der freakige Großstädter für seine Kultbutze benötigt – von Kordstühlen der Siebziger bis zum originalen Hippieschmuck. Gleich gegenüber liegt mit gigantischen Ausmaßen der Flohmarkt am Mauerpark, der seinem Bruder in Mitte – der Arkonaplatz gehört gerade noch dazu – mittlerweile locker den Rang abläuft. Auf einem runden Quadratkilometer werden hier thailändische Suppen, Schöneberger Haushaltsauflösungen und nervige Klezmermusik dargeboten. Ein echter Geheimtipp!
Marlene liegt in Schöneberg
Antiquarisches gibt es mitunter am Traditionsmarkt Tiergarten, der allerdings für Charlottenburger Altbautürklinken bereits deftige Touristenpreise einfordert. Am Schöneberger Rathaus wird dasselbe verhökert, wie in Bentwisch – die Reise kann man sich also schenken. Wenn man aber schon mal da ist, bitte nicht vergessen, den Friedhof zu besuchen: Hier liegt die große Marlene Dietrich begraben. In Memoriam!
*Mumpen: halb Mensch, halb Klumpen.
Alle Rechte für den geschützten Begriff liegen bei Arndt Kielstropp, Berlin.

24. Oktober 2007 um 09:13
Oha, Herr Bäuerle! Mal wieder mit dem falschen Fuß aufgestanden? Sie vergessen die Romantik frisch Verliebter, die über den Flohmarkt wandeln, die erfüllten Sehnsüchte des Mittvierzigers, endlich das geliebte Buch aus Kindertagen wiedergefunden zu haben und das Glücksgefühl, mit einem Haufen Schrott noch ein paar Mark gemacht zu haben.
24. Oktober 2007 um 09:33
Da haben Sie Recht, schön, dass ein wahrer Romantiker unter uns weilt: Liebe, Sehnsucht und Gier – so große Gefühle zwischen Trödel und Topfpflanzen. Wie anrührend, Herr Both!
24. Oktober 2007 um 10:25
Der Begriff »Mumpen«, stammt aus den Lagerhallen des Bremer Ostens und wurde erstmalig in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre verwendet. Soweit konnte ich dies kulturhistorisch zurückverfolgen. Der Zusatz »Doberaner« scheint eine regionale Adjektivierung des genannten Begriffs von Herrn Bäuerle höchstselbst zu sein.
27. Oktober 2007 um 01:41
das ist es was berlin ausmacht – seine märkte – immer was los immer bunt und super für schnäppchen. stellt doch mal die einzelnen märkte ausführlicher vor das wäre super. also dank vorab……mfg