Unterdurchschnittlich
Mit diesem Urteil wird das Engagement der Rostocker in der ersten bundesweiten Studie über ehrenamtliche Tätigkeiten benotet. Im Klartext, der Rostocker zeigt wenig Interesse, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Die Studie untersuchte auch das mögliche Potenzial für ehrenamtliches Engagement in der Zukunft. Ergebnis: Auch hier ist von den Bürgern der Hansestadt nicht viel zu erwarten. Es stellt sich natürlich die Frage, woran das wohl liegen mag?

19. November 2008 um 14:11
Naja wer nix zu knabbern hat wird sich kaum ehrenamtlich betätigen. Traurig aber verständlich. Der Wille zu helfen reicht halt nicht immer aus. Oft fehlt es ein klein wenig an finanzieller unterstützung. Das soll natürlich kleine Entschuldigung sein.
19. November 2008 um 14:17
Jupp, es könnte in der Tat daran liegen das die meisten hier damit zu tun haben ihren Arsch an die Wand zu bekommen, und da das unentgeltliche Soziale Engagement ein bisschen auf der Strecke bleibt. Nun ich finde es eh geradezu paradox das der Staat der die freiheitlich Kapitalistische Grundordnung Proklamiert, dann traurig auf seine Bürger schaut und sich frag warum diese denn kein Ehrenamt mehr ausüben wollen …
19. November 2008 um 14:31
@ “..wer nix zu knabbern hat wird sich kaum ehrenamtlich betätigen.”
Mhh, eine Kausalität sehe ich da nicht zwigend. Davon mal abgesehen hat die mehrheit der Rostocker ja einen Job.
@ ..oft fehlt es ein klein wenig an finanzieller unterstützung”
Ich dachte, es heißt Ehrenamt.
19. November 2008 um 14:35
Wenn man die freiheitlich kapitalistische Grundordnung wirklich sauber durchdeklinieren würde, dann gäb´s auch keine vom Staat subenvtionierte Kultur usw., d. h. keine gut 40%tige Staatsquote.
Dann hätten wir ein von A-Z kapitalistisch ducherxerziertes System, dann wäre ich dieser absolut Einwand berechtigt.
19. November 2008 um 14:47
@Martin. Den Zusammenhag kannst du nicht sehen? Also wenn ich nix zu Essen hab werd ich mich vorsorglich darum kümmern. Also “jobben” bis es reicht. Oder ich sitz mir auf dem Amt den Arsch breit und fülle Formulare aus. Mit finanzieller Unterstützung meine ich keinen Verdienstausgleich oder so. Sondern vielmehr materielle Unterstützung. Wenn ich also kleinen Kindern das lesen beibringen möchte währe es schön wenn eine Bücherei mir Bücher zur verfügung stellt. Oder anders. Ich möchte Jugendliche zu mehr Sport animieren. Leider habe ich keine 10 Fusbälle oder eine Handballausrüstung. Da währe es gut einen Partner zu haben der das Leistet.
19. November 2008 um 15:01
@ Marco
Rostock hat so um die 15, 16% Arbeitslose und alle anderen leben in zutiefst präkeren Verhältnisse die völlig demotivierend sind?
@ Da währe es gut einen Partner zu haben der das Leistet.
und der jemanden benötigt, der ihn auf den Bedarf erst einmal anspricht
19. November 2008 um 16:02
Es ist zwar schon eine Weile her seit ich ehrenamtlicher Arbeitsrichter war, aber ich kann mich sehr gut daran erinnern.
Zwei wesentliche Gründe gab es für mich aufzuhören:
1. Die oft unerträgliche Besserwisserei des Vorsitzenden Richters
und
2. das bedauernde Lächeln der Arbeitskollegen: “… na gehst Du wieder
den Batman spielen ?”
Wenn Richter die rein menschliche Meinung ihrer ehrenamtlichen Richter wieder ernst nehmen würden ( oder wenigstens so tun)
und
Das Ehrenamt eine höhere Bedeutung in der Öffentlichkeit bekäme,
dann würde ich sofort wieder mitmachen.
Das Geld dabei keine Rolle spiel darf ist vollkommen klar: gäbe es ein bedeutendes Entgelt, würde es zu der Situation kommen in der die Blutspende steckt.
Oder es gäbe ehrenamtliche Richter die für Geld Urteile mitsprechen – eine noch unerträglichere Situation.
19. November 2008 um 16:14
Ja, das Ehrenamt müsste einen viel höheren Stellenwert haben. In Amerika – wo vieles andere falsch läuft – bedeutet Ehrenamt sozialen Status: Dass man sich als Anwalt nebenbei im Ghetto engagiert oder als Industriellenfrau viel Geld in Hochschulstiftungen und Theaterprojekte trägt, bedeutet dort hohe Anerkennung, egal, ob man sich bewerben geht oder das Image braucht, weil Vati ein Atomkraftwerk betreibt. Finde ich toll, dass Du sowas gemacht hast, Mike.
19. November 2008 um 20:14
@ In Amerika
Stimmt, da haben die Amerikaner eine andere – wenn auch aus bestimmen Gründen so wachsene – Kultur.
Der Deutsche schielt immer nach dem Staat und setzt die Erwartungen des Staates an ihn selber, in Relation zu dem was der Bürger vom Staat bekommt. So könnte man einige der Kommentare hier deuten. (Sorry Marco & Sebastian, das war sicher etwas zugespitzt, nehmt das jetzt nicht zu ernst:–))
Wäre interessant zu wissen, ob das gemeinnützige Engagement im Wohlstandsdeutschland (west) der 80er Jahre gößer war. Vielleicht kann Her Bäuerle das beantworten. Für Deutschland Ost würde ich das mit einem ja beantworten.
20. November 2008 um 09:18
Für Deutschland-West kann ich das nicht bestätigen. Allerdings bestimmten in dieser Zeit politisch-ideologische Themen (Atomkraft, saurer Regen, Robbenschlachterei, etc.) die Wahrnehmung. Ökonomische Fragen stellten kein wesentliches Thema dar. Heute verhält es sich ziemlich genau umgekehrt.
20. November 2008 um 11:56
@ Ekkard – Vielen Dank für das öffentliche Lob !
Möglicherweise sind wir die Generation, die Verantwortung übernehmen MÜSSTEN, unabhängig von öffentlichen Ansehen.
Nach meiner Ansicht , hat jede Generation eine Verpflichtung etwas für die Gesellschaft zu tun und nicht nur zu reden oder wie Kurt Marti sagte:
„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“
So, ich muss jetzt was tun….
20. November 2008 um 14:18
@ Mike: Das hast Du schön gesagt!
Ich würde beispielsweise gern ehrenamtlich in ein paar Aufsichtsräten sitzen
So ein Modell, dass jeder Mensch ab einem bestimmten Alter im Monat eine bestimmte Anzahl an gemeinnütziger Tätigkeit nachzuweisen hat, wäre doch nicht schlecht, oder? Der Anreiz wäre die Steuerersparnis – ach nein, geht ja nicht, das wäre dann ja wieder entgeltliche Tätigkeit…