Duisburger Impressionen.
Zeit für Ferien: Willkommen in Duisburg-Rhein-Ruhr!

Rostock braucht dringend Ferien. Das ganze Jahr hindurch wird gearbeitet, wo andere Urlaub machen. Das geht auf die Dauer nicht gut: zu viele Sonnenstunden, Strandspaziergänge und Alleenfahrten machen den Menschen blond im Kopf. Zum Glück gibt es den tiefen, dunklen Westen.

»Klein-Rügen« an der Chemiefabrik

Unglaubliches ergab jetzt eine Untersuchung der Uni Freiburg: Von den Medien fast unbemerkt, fahren seit knapp anderthalb Jahrzehnten offenbar zahlreiche Rostocker und das Landvolk im Speckgürtel der Hansestadt, der sich von Lübeck bis Stettin erstreckt, zur Erholung in die industriellen Zentren der alten Bundesrepublik.

Tausende von Mecklenburgern setzen sich angeblich jeden Sommer in den Flieger von Rostock-Laage nach Frankfurt am Main, um im Stadtteil Hoechst, im Volksmund bereits »Klein-Rügen« genannt, zwischen Chemiefabriken und Autobahnkreuzen Verkehrslärm und dicke Luft zu tanken!

Neues Mekka nach Maueröffnung

Selbst Duisburg-Rhein-Ruhr und Dortmund-Applerbeck, die noch in den achtziger Jahren wegen verbreiteten Atemwegserkrankungen mit Imageproblemen zu kämpfen hatten, sind nach der Maueröffnung zum Mekka stresshungriger Thüringer und Vorpommern geworden.

Werkswohnungen statt Reetdachhäuser

Ein erfreulicher Wirtschaftstrend, der das gesamte, einst schwer gebeutelte Ruhrgebiet erfasst hat: Werkswohnungen auf dem Betriebsgelände der Essener Thyssenwerke stehen mittlerweile höher im Kurs der Gäste aus den neuen Ländern, als luxuriöse Reetdach-Ferienhäuser auf Rügen.

Alfred Kaminski, Gastro-Direktor der Thyssen-Werksherberge: »Sozialneid auf diejenigen, die hier Urlaub machen, gibt es praktisch nicht. Im Gegenteil: Jeder Rostocker, der bei uns am Büdchen Currywurst kaut, schafft Arbeitsplätze im Revier.«