Best Friend & Nephew
Creative Commons License photo credit: Elizabeth Anne Photography

Kinder machen glücklich, mich allerdings ausschließlich eigene: Singen fremde Blagen neunundneunzig Mal in buddhistischem Singsang »Nackedei, Nackedei, alle ham heut nix dabei!« oder »Eiiin kleines Trampeltier, trampelt da und trampelt hier«, dann nervt es und stört bei der Lektüre des Kulturteils der Süddeutschen.

Leibliche Kinder dürfen das. Man findet ihr Gedudel kreativ, niedlich, urkomisch und auf eine absonderliche Art sogar irgendwie weise. Die Natur hat es so eingerichtet, das selbst die verschämte Kritik Dritter den inneren Clint Eastwood weckt. »Geht das etwas leiser?« fragt die BWL-Studentin im Bus ganz schüchtern. Klick – der Sperr-Riegel an der inneren 45er ist entsichert. Was man nun über das dekadent-egoistische, kinderlose Gegenüber und seine Rentenansprüche denkt, ist nicht zitierfähig.

Früher fand ich Kinder so faszinierend wie einen Rasenmähermotor bei Vollgas: Kraftvoll in der Wirkung, aber nur für drei Sekunden von Interesse. Heute schubse ich eine volle Stunde lang meine Tochter auf der Reifenschaukel an, während sie mir alle 30 Sekunden »Doller! Doller!« zuschreit. Ich bin glücklich! Ist das normal?