Vor 50 Jahren
Der 26. Juni 1958 markierte das Ende einer wirklich großen Epoche. An diesem Tag sank in einem abgelegenen Teil der Weltmeere – vor den Guanoinseln Perus – die 4-Mast Bark “Omega”, der letzte Großsegler der noch in der Frachtfahrt beschäftigt war. Im Gegensatz zur deutschen 4-Mastbark Pamir, die Jahr zu vor im Orkan verloren ging und deren Untergang international Beachtung fand, war das Ende der Omega recht unspektakulär. Der alte 1887 gebaute Segler sprang einfach leck und die Mannschaft musste in die Boote. Bezeichnender Weise bestand die letzte Fracht der Omega aus einer Ladung Vogelscheiße, dass von den Seeleuten auf Großseglern wenig geliebte Guano. Mit dem Untergang der Pamir und Omega endete die Ära der Großsegler so wie sie in Shantys und von Barden wie Hans Albers besungen wurde.
Das Ende der Omega fällt aber auch zusammen mit dem Beginn einer neuen Ära in der Seeschifffahrt: Zwei Jahre bevor die Mannschaft der Omega das stinkende Guano im Rumpf des Seglers verstaute und das Schiff zu seiner letzten Fahrt auslief, schickte der amerikanische Reeder Malcom McLean mit der “Ideal X” den ersten Containerfrachter auf die Reise. Nur ein Jahr später, im Oktober 1957, wurde dann der erste Container-Linienverkehr eingerichtet.
Ausgewählte Frachtkosten (Seetransport) 2007:
Eine Flasche Wein von Chile nach Europa : 16 Cent
Ein Pfund Kaffee von Brasilien nach Europa: 3 Cent
Ein Kilo Garnelen von den Philippinen nach Europa: 17 Cent
Ein PC Monitor aus China nach Europa: 23 Euro

2. Juli 2008 um 14:09
Mir kommt’s vor, als wenn es gestern gewesen war. Kinder, wie die Zeit vergeht!
3. Juli 2008 um 09:08
Da “Kommentare: 1″ in diesem Blog doch etwas ungewöhlich ist, möchte ich Dich, lieber Martin, mit meinem weiter nicht sagen wollenden Kommentar doch beflügeln, weiter zu schreiben. Be shure – the silent majority is listening to you.
3. Juli 2008 um 11:55
In den 23 Euro für einen Monitor aus China sind sicherlich noch Strafzölle enthalten.
3. Juli 2008 um 13:54
„Die Garnelen leben besser als wir. Sie haben Elektrizität, wir nicht. Sie haben sauberes Wasser, wir nicht. Sie haben Mengen von Nahrung, wir hungern.“ meinte ein Philippinischer Fischer gegenüber dem International Shrimps Action Network, ISA.
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Übrigens, liebe Fleischhasser, um ein Kilo Garnelen zu produzieren, werden drei bis vier Kilo Fischmehl benötigt. “Proteinnettoverlust” nennt man diese Art der Züchtung. Dagegen ist die Spazierfahrt in den europäischen Gourmetrachen doch vergleichsweise günstig. Guten Appetit.
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Ich bremse auch für Blätter!
4. Juli 2008 um 15:19
Kann man nix aus dem Guano machen? Wo gammelt das Zeug, aä Naturprodukt, jetzt ungenutzt rum?? – Ich fand Herrn Richters Windjammer History-Posting sehr interessant. Es muss also nicht immer Guido K. sein! Übrigens scheint er mit Segelschifffahrt ein Trendtheme getroffen zu haben. Sogar noch vor SpOn: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,563860,00.html
5. Juli 2008 um 22:12
Hallo Peter ,
Deine Autorenbeschreibung passt ja wie die “Faust auf`s Auge”.
Aufgrund des Klassenfotos, glaube ich , dass Du derjenige Peter Lück bist, der von Dresden über viele Umwege nach Rostock gepilgert ist.
Hat Dich eigentlich schon jemand von der Schule ausfindig gemacht? Denn die Suche nach Dir lief vor Jahren noch auf Hochtouren.
Melde Dich mal, wenn Du Zeit hast.
Viele Grüsse
Sibylle
6. Juli 2008 um 11:05
Die Epoche der Frachtsegler endete vor 50 Jahren, eine neue beginnt mit Großdrachen als Antriebsunterstützung. In beiden Fällen wird als Frachtsegler “gesegelt”. Die Welt verändert sich oder wir verändern sie – manchmal ist es auch faszinierend…
Es muss ja nicht immer Vogelkacke sein, die eine Epoche beendet.
… ich wusste gar nicht das viele Frachtkosten sooo niedrig sind – da keimt in mir die Hoffnung, das sich diese Entwicklung durchsetzt:
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/381034.html?nv=cd-rss310
6. Juli 2008 um 17:05
Naja, bis solche Drachensegel Megatanker durch die Weltmeer schleppen vergeht noch ein bischen Zeit. Logisch ist die Entwicklung allemal. Komisch nur, das nicht schon vorher jemand auf die Idee gekommen ist.
Ein Revival des Zeppeling ging ja erstmal im Merkischem Land den Bach runten, nun kann man in der Montagehalle schwimmen gehen.
Doch denke ich, das wir mittelfristig auch im Luftsektor altbekanntes wiedersehen werden.
6. Juli 2008 um 18:55
… also warum Großdrachen nicht schon früher als zusätzliche Segel für Schiffe genommen wurden kann ich aus fast persönlich erlebter Sicht begründen. Die Drachen die oft auch als “Matten” bezeichnet werden, sind erst in den letzten 8 Jahren durch eine starke technische Weiterentwicklung wesentlich lenk- und leistungsfähiger geworden. Ursache dafür ist auch das Kitesurfen, denn das hat die ganze Sache beschleunigt. Und jeder der mal nur eine 3 m2 großen Matte geflogen ist, weiss wie anspruchsvoll das lenken werden kann.
Wenn dann so ein Riesendrachen wie an den Schiffen fast automatisch gelenkt wird, dann ist die technische Entwicklung dafür erst in den letzten 5 Jahren besser geworden. deswegen ist wahrscheinlich keiner früher drauf gekommen. Soweit ich die ganze Sache mitbekommen habe, liegt die Wiege der Schiffsdrachen u.a. in Wismar, dort begann ein Teil der Geschichte. Außer wenn man den Film “Waterworld” ausklammert, denn dort startete der “Mariner” auch einen Drachen, um schneller abzuhauen… Unglaubwürdig war nur, das es zwar den Drachen den er dort flog, tatsächlich Anfang des vorigen Jahrhunderts gab: http://www.cody-kites.co.uk/ ; der aber niemals so wie im Film vorher zusammengestopft und gestartet werden kann.
Aber dennoch ist es eine erstaunliche Entwicklung der Zugdrachen !
11. Juli 2008 um 21:24
Etwas anderes, ebenfalls maritimes: Habe vor kurzem den auf Fakten basierenden, fast völlig unbekannten Film »Das letzte U-Boot« mit Manfred Zapatka, Ulrich Muehe und Ulrich Tukur besichtigen dürfen. Für alle Freunde des Abenteuerkinos zur See ein Genuss. Wollte aber nicht stören!
12. Juli 2008 um 04:11
gehts um das?
http://de.wikipedia.org/wiki/U_977
12. Juli 2008 um 04:11
http://de.wikipedia.org/wiki/U_977