WE LOVE TO ENTERTAIN YOU

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In der PRO7-Show »Popstars« werden junge Mädchen von »Detlef D! Soost« für eine neue Band gecastet. Im Verlauf der Folge vom 16.10. erfährt die 16-jährige Victoria vor laufender Kamera vom Herztod ihrer Mutter – ein echtes Highlight der Abendunterhaltung. PRO7-Sprecherin Tina Land sieht darin kein Problem, da das Mädchen zugestimmt habe. Die Fürsorgepflicht ist damit offenbar erfüllt. Hauptsache, gut unterhalten!
Kontakt
ProSieben Television GmbH
Sprecherin Tina Land
Programmkommunikation
Tel. +49 [89] 9507-1192
E-Mail: tina.land@ProSieben.de

16. Oktober 2008 um 10:43
Volkes Geschmack ist nun einmal der Maßstab für die Controller bzw. Progammverantwortlichen bei RTL & Co. So lange Frauentausch (RTL 2), Mario Barth (RTL) & Popstars (Pro7) die entscheidenden Quoten machen, ist jede Kritik an diesen Formaten nur die Meinung einer Minderheit – und die würde ich als Progammmacher auch getrost ignorieren. Die Abstimmung mit der Fernbedienung ist Demokratie in Reinkultur.
16. Oktober 2008 um 10:52
Traurig aber wahr. Ich stimme Herrn Richter da voll und ganz zu und werde es wie Herr Reich-Ranicki machen und heute abend zu ARTE umschalten. Wenn die Kiste überhaupt angeschaltet wird. Man sollte annehmen, das bei der Vielzahl an Sendern irgendetwas Ansehbares dabei ist. Laufen eigentlich irgendwo noch die guten alten Klassiker? Diese ganze Realitysch…ße geht mir so ziemlich auf den Zeiger.
16. Oktober 2008 um 10:53
Allerdings erscheinen zu Hinrichtungen im Iran auch immer viele Schaulustige. Ob das allerdings eine Liveübertragung auf ntv rechtfertigt, scheint mir fraglich!
16. Oktober 2008 um 11:00
Ich möchte sowas nicht sehen! Und darum schalte ich sowas auch nicht ein. Diese ganzen »Gutmenschenformate« und Realityshows hängen mir zum Halse raus. Nicht, weil ich sie sehe. Sondern weil schon die Werbung, die dafür gemacht wird, einfach alles überlagert. Es interessiert mich nicht, wer sich von wem trennt, Fett absaugen läßt, Kinder bekommt oder kochen lernen will. Ständig diese billigen (und billig produzierten) »Eigenproduktionen« die nur so vor Produktwerbung platzen. Alle 5 Minuten eine Werbepause in der ich auf die »Highlights« der nächsten Staffel aufmerksam gemacht werde. Nein danke. Ich bin zwar nicht der typische Arte/Phoenix Betrachter, aber das muss es nun wirklich nicht sein. Und wer ist schuld? Toto & Harry!
16. Oktober 2008 um 11:01
Sterben im Fernsehen ist wirklich sehr real. Aber das Mädchen hat es ja so gewollt. Demnächst kann man so sicher auch Kinderpornografie legitimieren.
16. Oktober 2008 um 11:02
»Die Abstimmung mit der Fernbedienung ist Demokratie in Reinkultur.« Leider nicht. Wenn ich die Wahl zwischen Tod und Teufel habe, ist das keine Demokratie.
16. Oktober 2008 um 11:07
@»Demnächst kann man so sicher auch Kinderpornografie legitimieren.« Wohl kaum, damit bewegen sich die Sender im strafrechtlichen Bereich. Zur demokratischen Abstimmung mit der Fernbedienung noch eine Anmerkung: Vor den Ergebnissen dieser Abstimmung mag sich der eine oder andere ja durchaus ekeln, die Alternative einer »Geschmackspolizei« wäre aber nichts weiter, als blanke Zensur. @»Ständig diese billigen (und billig produzierten) Eigenproduktionen, die nur so vor Produktwerbung platzen.« Produktwerbung ist die GEZ des Privatfernsehens. Umsonst ist halt nichts.
16. Oktober 2008 um 11:16
Och doch. Umsonst ist nur der Tod.
16. Oktober 2008 um 12:01
@ »Umsonst«: Nicht mal der, denn der kostet einen das… Abstimmung mit der Fernbedinung wäre in der Tat enorm demokratisch – wenn, ja, wenn man ignoriert, wie die Quoten denn errechnet werden: Bei den Sendern ist seit Jahren bekannt, dass die Zahlen reinste Makulatur sind, bei Pro & Co zählt der direkte Absatz von weiteren Verwertungsgütern deutlich mehr als Indikator für Erfolg.
Randgruppenfernsehen ist schon lange der Mainstream. So schafft man Rollenvorbilder und das allgemeine Gefühl, dass das schon ok so ist, wenn man sein Inneres nach außen kehrt. Das Ende des Privaten ist schon lange im Kopf der Zuschauer angekommen.
16. Oktober 2008 um 13:12
Interessant, die Frage der Verwertungsgüter war mir unbekannt. Herr Richter weiß da sicher näheres. Ich verstehe, was gemeint ist und sympathisiere, Herr Fuentes, habe aber zugleich die Erfahrung gemacht, dass auch schlichte Gemüter oft ein glückliches Leben führen, bei dem inneres und äußeres harmonisieren. Will sagen: Das Geheimnis ist oft die Abwesenheit von Substanz. Das gab es aber auch schon, als noch kein Fernsehen oder nur der Sender »Paul Nipkow« existierte.
16. Oktober 2008 um 14:14
Ja, schade, dass die Privaten ihr Niveau aus den Anfängen nicht halten konnten. Aber »vier Einsen sind mehr als drei Fünfen«, wie Hugo immer zu sagen pflegte. Beruhigend übrigens, dass es auch heute immer noch frische Formate gibt, von denen man wohl nie geglaubt hätte, dass es sie jemals geben würde und die diesem Anspruch gerecht werden.
Cin-Cin!
16. Oktober 2008 um 14:30
» CDU-Pofalla will Ausstrahlung stoppen
16. Oktober 2008 um 14:33
Das macht die Mutter auch nicht wieder lebendig. Vor dem Abschalten kommt das Einschalten – Zur Abwechslung dürfte es auch mal das Hirn sein!
16. Oktober 2008 um 15:08
Die Mutter macht es nicht mehr lebendig, aber vielleicht bekommt die Grundidee der Fürsorgepflicht gegenüber Minderjährigen durch die Diskussion Impulse.
16. Oktober 2008 um 15:28
Dieser lobenswerten Grundidee käme man wohl am nächsten, wenn man, statt diesen Trash zu konsumieren, sich mal seinen Liebsten zuhause widmen würde. Oder man versucht wenigstens, so viele Leute wie möglich, von der Ziffer »Sieben« auf der Fernbedienung fern zu halten.
Keine Ahnung wie viel »Bild« für einen derartigen Push der Posse heute Abend kassiert. Denke aber, dass das Portotöpfchen von PRO7 einmal mehr ordentlich klingeln wird. Mal ganz unter uns: ich hätte ohne das Tamtam um die Sache wohl glatt übersehen, was heute Abend auf PRO7 läuft.
16. Oktober 2008 um 15:30
Ganz genau, Herr Dr. Lück. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Menschen wie Sie und ich, die dem Genre eigentlich abgeneigt sind, sich mit dieser Medienwirklichkeit befassen, da ich deren tatsächlichen Konsumenten diese notwendige Auseinandersetzung nicht zutraue. Arrogant, gell? P.S.: Die gemeine Bild-, UFO- und CIA-Paranoia ist weit unter Ihrem eigentlichen Niveau, die übergehe ich hier mal!
16. Oktober 2008 um 15:50
@ »…wenn man ignoriert, wie die Quoten denn errechnet werden: Bei den Sendern ist seit Jahren bekannt, dass die Zahlen reinste Makulatur sind, bei Pro & Co Co zählt der direkte Absatz von weiteren Verwertungsgütern deutlich mehr als Indikator für Erfolg«
Ein Sender wie RTL fährt Brutto knapp 2,5 Mrd. an Werbespendings per Anno ein und zwar, weil die Quoten so gut sind. Von dieser Umsatzzahl sind (auch auf der Nettoebene) die »weiteren Verwertungsgüter« noch Lichtjahre entfernt. Grundsätzlich wird die Geschichte nicht richtiger, nur weil sie alle paar Jahre in der Zeitung steht und hier wiederholt wird. Das Panel der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) umfasst 5.640 Haushalte mit ca. 13.000 Personen. Das sind also die »berühmten« Menschen mit der besonderen Fernbedienung, mit deren Hilfe die Quoten ermittelt werden. Richtig ist, die Benutzer angehalten sind, die Fernseher auszuschalten, wenn sie den Raum verlassen oder einer anderen Tätigkeit nachgehen.
Ab und zu liest man dann von einem der ehemaligen »Teilnehmer« dieser Messung, der dann zugibt, dass er es mit dieser Vorgabe nicht so genau genommen hat. Richtig ist auch, das im englischen Sprachraum die Ergebnisse dieses Verfahrens eher als »estimate« verortet werden, wogegen der deutsche TV-Mensch eher zu einer Gläubigkeit neigt, die bis in die dritte Kommastelle der Quoten reicht. Sind die Ergebnisse (oder das System) deshalb falsch? Wenn ja, dann ist es so falsch wie Ergebnisse eines beliebigen empirischen oder statistischen Verfahrens. Unabhängig davon lässt sich der Erfolg oder Misserfolg eines TV Formates auch gut über die nach (und manchmal auch vor-) gelagerte Onlineverwertung auf den Plattformen der Sender ablesen. Klickraten sind ein ziemlich gut messbarer Indikator für den Erfolg einer Sendung.
16. Oktober 2008 um 19:51
[...] uns in einem unterirdisch schlechten TV-Programm. Das Land der Dichter und Denker. Verrückt. Via blog8. October 16, 2008 | abgelegt unter 1 Folgende Artikel könnten für euch auch interessant [...]
17. Oktober 2008 um 08:03
Der Autor Ruben hat die Blogstory im letzten Comment (oben) zu seinem persönlichen Artikel verlinkt, der das Thema sehr emotional und traurig verarbeitet. Ich habe die eigentlche Sendung dann übrigens nicht gesehen, darum geht es ja auch gar nicht.
19. Oktober 2008 um 23:34
Ich muss gestehen, ich habe die Folge gesehen, allerdings ohne zu wissen, was kommen wird. Es ist auffällig, dass gerade in diesen Sendungen die Angehörigen wie die Fliegen sterben oder einen Unfall erleiden. Die Geschichten der Kandidaten sind zumeist von Tragik und plötzlichen Katastrophen gespickt. Man könnte meinen, nur mit einer solchen Geschichte kann man überhaupt Kandidat werden. Dementsprechend habe ich auch die betreffende Mitteilung eingestuft. Anschließend habe ich mich gefragt, was kommt denn nun noch? Ein Mord? Eine Kandidatin, deren Großvater sich vom Berliner Fernsehturm stürzt? Und ein Mann, der dies »zufällig« mit seiner Handycam filmt?? Die 13-jährige Maja, die zustimmt, dieses Video zu zeigen? Der Vater, der dafür 20.000,- EUR vom Sender kassiert? Das Video unterbrochen von 2 Werbeblöcken? Ich freu mich drauf! Denn: They love to entertain us!
20. Oktober 2008 um 08:34
Ganz richtig, Herr Müller, die 13-jährige Maja findet es bestimmt voll ok und macht dann sicher auch gleich bei »Germany´s next topless Model« mit, echt supi! Warum denn nicht, das Mädchen fühlt sich doch total wohl dabei, auch wenn es ihr danach 150 Jahre lang leid tut und der Sender schon nach fünf Minuten die nächste Hatz eröffnet. C´est la vie!
20. Oktober 2008 um 12:03
Liebe Kinder,
Eure Eltern sollten entweder supercool oder einfach nur sterbenskrank sein. Ihr solltet hübsch, multikulti, weiblich und ohne eigene Meinung sein. Dann seid Ihr reif, der nächste Star am Himmel über Deutschland zu werden. Ihr werdet Millionen machen und davon ein paar Tausend behalten, ihr werdet bis auf den (oder den auch noch?) Schlübber ausgezogen, die ganze Nation kennt eure Urgroßtante 2. Grades mütterlicherseits und ihr rieses Furunkel am linken kleinen Zeh. Ihr seid berühmt!! …bis nächste Woche ein Mädchen mit einer noch schrägeren Tante und einem noch fürchterlicheren Furunkel die Mattscheibe bekleckert. Dann seid Ihr nicht mal mehr die, die ihr vorher wart…
20. Oktober 2008 um 12:11
Ach Herr Müller, Sie sprechen mir so aus dem Herzen. Ganz fein!
20. Oktober 2008 um 12:42
@ Herrn Müller: Fein beobachtet! Allerdings fürchte ich auch ohne das parasitäre böse Fernsehen würde die relevante Zielgruppe nicht gerade in Watte gepackt, was die Zukunftsaussichten angeht!
20. Oktober 2008 um 13:25
Zumindest der Teil mit den kranken Eltern, der wiederum einen Teil der fanatischen vier bilden wird, der am Ende übrig bleibt, wird vorerst nur Hartz III,5-Empfänger – eben bis zur nächsten Woche und der übernächsten Tante… Insofern ist »Popstars« ein Sozialprojekt. Meinen Glückwunsch!
20. Oktober 2008 um 14:40
Danke für diesen Blogeintrag. Man kann nur hoffen, dass Herr Ranicki einen großen Stein ins Rollen gebracht hat, einen medialen Sturm entfacht hat, der den uns penetrierenden Dreck in TV & Co. wegfegt. Inklusive n24-panzer/raketen/kriegsschiff/kampfjet-»dokus«, bitte. Üargh.
20. Oktober 2008 um 16:09
…möge dieser Sturm uns ein Stück weit über die Realität in Deutschland hinaus tragen. Dorthin, wo die Welt noch in Ordnung ist. Wo alle Kinder, ganz gleich welcher Herkunft, die selben Bildungschancen haben…
Nur, wo ist das denn?
20. Oktober 2008 um 19:01
In der Waldorfschule?
21. Oktober 2008 um 11:24
Aua!
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,438443,00.html
21. Oktober 2008 um 13:11
Oh – diese Schulform ist wohl auch kein sicherer Rückzugsort mehr … aua..
21. August 2009 um 19:05
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