Weihnachtssterben

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist bekanntlich die Zeit der höchsten Suizidrate. Und endlich ist es soweit. In einigen Tagen Weihnachten. Ich kann es kaum erwarten.
Nicht, dass ihr denkt, ich würde mich von der Brücke stürzen wollen oder wäre gar zum Jünger bürgerlicher Gesellschaftszeremonien gewechselt. Nein. Ich bin einfach nur froh, dass dieses Gedöns ein Ende hat. Weihnachstmarkt, Klingelinggedudel, Glitzerherzchen und Glühweingrölen sind meine Dinge nicht. Ehrlich gesagt geht mir dieser Kram zunehmen auf die ****.
Dabei ist es nicht so, dass ich anderen ihren Spaß nicht gönne. Sollen sie doch. Aber bitte nicht mich belästigen. Ich habe den ganzen Quatsch mal wieder schön ignoriert. Zur Belohnung freue ich mich auf hoffentlich wirklich entspannte letzte Tage des Jahres. Während ein gewisses Klientel seinen Kommerzrauch befriedigt auf der Familiencouch ausschläft, habe ich das Gefühl, mich frei bewegen zu können. Die Straßen sind fast leer, die Landschaft karg, abends gibt es nette Partys. Ein wenig Schnee und ich wäre glücklich.
Ja, und was ist nun mit den einsam familienlosen Seelen, die sich aus Gram von den nächsten Brücke zu stürzen drohen?
Studie “Weihnachten und Suizid” bei der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid)

21. Dezember 2007 um 01:23
Frohes Fest, Gernot!
21. Dezember 2007 um 08:22
Es werden aber auch sehr viele Unfälle zu Suizidfällen aufgepuscht. Situationen gibt es genug. Beim Tranchieren der Weihnachtsgans abgerutscht. Beim Weihnachtsbaum schlagen … Geschenke auspacken und neue unbekannte Technik testen. Der Tod lauert überall.
21. Dezember 2007 um 08:23
Weihnachten bis zum Äußersten, die Herren und Damen. Wir ziehen das durch!
22. Dezember 2007 um 08:15
Weihnachten ist eigentlich mein Lieblingsfest. Doch es wird mit zu vielen Erwartungen und kommerziellen Erwägungen überfrachtet. Schuld daran hat sicher ein unbewusst verspürter Mangel an Sinnhaftigkeit, der durch reiche Festtafeln, gegenseitige Freundschaftsbeteuerungen und Glühwein-Exzesse egalisiert werden soll, vergebens natürlich.
Ich rate von folgendem ab: Mit einer Synthetikweihnachtsmütze bekleidet, vollen Kaufhoftüten in der einen und Meterbratwurst in der anderen Hand darauf zu hoffen, das Weihnachtsgefühl werde sich schon einstellen, wenn die EC-Karte nur genügend für die persönliche Bewußtlosigkeit des vergangenen Jahres gebüßt hat. Darauf liegt kein Segen. Dann eher darauf, daheim an die Wand zu gucken. Oder aus dem Fenster.