Wie fälsche ich eine Statistik?
Kürzlich war es soweit. Es schrieb der Oberbürgermeister, nein das Haupt- und Finanzverwaltungsamt, genau gesagt Frau B. von der Kommunalen Statistikstelle. Ich zähle zu den auserwählten Kreis der Rostocker, die mittels eines Interviews zur aktuellen Lebenssituation sowie über wirtschaftliche und soziale Lage befragt werden. Mir wird die Möglichkeit gegeben, Meinungen, Vorstellungen und Erfahrungen zu verschiedenen aktuellen Themen zu äußern.
Insgesamt, so erläuterte mir die nette Dame der kommunalen Statistikstelle, werden 2.500 Rostocker mittels Interview befragt. Demnach, gerechnet auf 200.000 Einwohner Rostocks, stellt meine Aussage 0,04 % der Rostocker Bevölkerung dar. Ob ich etwas verändern kann wird sich zeigen.
Hier können jetzt Anregungen und Veränderungswünsche diskutiert werden. Letztendlich möchte ich ja vorbereitet ins Gespräch gehen.


11. Dezember 2007 um 15:44
Hatte ich auch schon mal, vor Jahren als Student. Nervt total – meine Fragetante war total zäh. Herzlichen Glückwunsch!
11. Dezember 2007 um 16:26
Bei mir war mal eine Dame von der Zeitschrift »Cicero« zwei Stunden zu Gast und befragte mich, wie mir die Anzeigen für Luxusobjekte wie Audi A8 und Breitling-Uhren gefallen. Am Ende gab es zur Belohnung ein Flascherl Wein. Hat richtig Spaß gemacht und ich kam mir auch ziemlich wichtig vor, glaube ich. Wohlsein!
11. Dezember 2007 um 16:34
@ …meine Fragetante war total zäh.
Alles eine Frage der Garmethode.
11. Dezember 2007 um 18:13
@ stellt meine Aussage 0,04 % der Rostocker Bevölkerung dar.
Mhh, das ist sachlich nicht ganz richtig. n = 2.500, d.h. davon sind Sie 0,04%
Auf die Bevölkerung bezogen repräsentieren Sie nur 0,005%
Der GfK Standard zur Bildung soziodemografischer Zielgruppen (Alter Geschlecht, Einkommen, Verwendungen, etc) sind wenn ich mich nicht irre nur 500 Personen. Da könne Sie also richtig was bewegen mit ihrer Aussage. Nehmen Sie sich ein Beispiel an ihrem A8 fahrenden CICERO!!!! lesenden Kollegen.
11. Dezember 2007 um 20:21
Oh! Ich wurde auch gefragt!! Hab den Zettel aber entsorgt. War das etwa nicht so gut?
11. Dezember 2007 um 21:02
Nein! So verpassen Sie die Chance, die Rostocker Stadtbevölkerung die eher DDR-nostalgisch, traditionsverwurzelt und konsum-materialistisch eingestellt ist, in eine postmaterielle, etablierte und moderne Mitte zu performen. CICERO lesend versteht sich.
>> SINUS SOCIOVISION
Also, den Zettel wieder aus dem Müll kramen, eventuell wird aus Ihnen ja noch ein konservativer Experimentalist :—)
12. Dezember 2007 um 08:31
Das ist wirklich hochinteressant, was unter Ihrem Link zu den Sinus-Milieus steht. Die Deutschen von heute und wie sie ticken! Weitere Mutmaßungen kann man sich da sparen. Das werde ich sicher noch öfter mal nutzen. Und Cicero ist tatsächlich meine Lieblingszeitschrift. Ganz fein, jeden Monat ein wahrer Schatz.
12. Dezember 2007 um 09:47
Herr Bäuerle, ich empfehle die “Brand eins”. Für Werber eine sehr interesante Zeitschrift mit eigenem Gesicht und sehr viel chic.
12. Dezember 2007 um 10:36
“Flaschenpost”. Sehr lesenswert.
12. Dezember 2007 um 12:07
Scheinbar scheint die Blog-8-Leserschaft aus Rostock vollends zufrieden zu sein. Oder soll ich die Zeitschriftempfehlungen ernsthaft als Anregung und Hinweis für die Fragetante nehmen?
Was ist zu verbessern? (Außer die “Sauerei des Jahres”)
12. Dezember 2007 um 14:54
Die »Blog-8-Leserschaft aus Rostock« hat nach meiner Erfahrung mit der netten, intellektuellen Randgruppe, die hier (comme moi-meme) schreibt, wenig gemein. Die schweigende Mehrheit geht »schaffe, schaffe, Häuslebaue« und BILD-lesen wegen des guten Sportteils. Amen!
12. Dezember 2007 um 16:41
Warum gehör ich nicht zu dem Achtel? Hab doch so viel zu erzählen, mir hört aber sonst niemals einer zu :/
12. Dezember 2007 um 17:05
@ Was ist zu verbessern?
Herr Welz,
ich habe Ihnen gestern doch schon gesagt, das Sie mit Ihrer Stimme was bewegen können! Also bitte einmal die Note 6 für Haushaltführung, Transparenz in der Kommunalpolitik und der Kulturpolitik respektive der der Dame Ida Schillen geben Sie bitte noch mal extra einen “oben drauf”. Allein schon für die Pumpschwengel auf dem Doberaner Platz und natürlich für alles andere.
12. Dezember 2007 um 17:05
Erzähl mal!
13. Dezember 2007 um 08:05
@ Herr Richter (ein angesehener Berufszweig)
Was hat die Dame Schillen (auch eine Lebensform) mit den Pumpschwengel zu tun, geschweige denn gemacht? Die Dinger sehen doch aus wie immer.
Oder hat sie dort ihre Aktentasche vergessen?
Bitte um Aufklärung.
Gruß von der Baustelle
13. Dezember 2007 um 09:45
Ich glaube, Herr Richter prangert die bloße Existenz der Schwengel an. Dem möchte auch ich mich anschließen. Der “Spielplatz” am Brink und die “Schaukeln” vor dem Bahnhof sind ebensolch fragwürdige Konstrukte.
13. Dezember 2007 um 10:22
@ Was hat die Dame Schillen (auch eine Lebensform) mit den Pumpschwengel zu tun, geschweige denn gemacht?
Trägt die Lebensform Schillen als Kultursenatorin nicht die letzte Verantwortung für die Ausgestaltung des öffenlichen Raumes mit Kunst?
Oder hat die RSAG die Pumschwegel aufstellen lassen? Dann nehme ich natürlich alles zurück.
14. Dezember 2007 um 11:16
So, die Fragetante war ein Frageonkel, dieser allerdings eigentlich Student der Demografie, der mir sehr zügig die ganzen Schwachstellen des statistischen Fragebogens erläuterte.
Ich habe der Stadt in vielen Teilen ein »sehr schlecht« oder »unzufrieden« erteilt. Besonders erfreute mich der Extrafragebogen zum Rostocker Warnowtunnel, so konnte ich meiner »Begeisterung« so richtig Luft machen.
Der Frageonkel, übrigens ganz nett und wenig zäh, meinte das sehr viele Bürger nicht an der Befragung teilnehmen. Er vermutet das höchstens 1.000 Rostocker den Fragebogen ausgefüllt hätten was die Gewichtung meiner Aussagen doch um einiges verändern würde. Hoffen wir das ich etwas bewegen konnte.
14. Dezember 2007 um 11:35
Ich wurde heute morgen zum 97. mal telefonisch befragt, wie mein letzter Besuch im Autohaus Rostock verlaufen ist. Nach jedem Ölwechsel ist offenbar ein halbstündiges Frage-Antwort-Spiel mit Forsa vereinbart. Deswegen kostet der Ölwechsel beim Fachhändler mit Seidenschlips auch gleich zwanzig Euro mehr als bei der alten Billigwerkstatt. Da wurde ich höchstens gefragt, ob ich auf meinen Wagen warten will.