Willkommen in Peking 2008

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China freut sich auf die Olympiade 2008 in Peking – dabei lässt sich die aktuelle Situation im Land wohl nur mit der in Deutschland vor der Olympiade 1936 vergleichen.
Systemkritiker, Umweltschützer und Anwälte werden geschlagen, gefoltert oder verschwinden gleich für immer von der Bildfläche. Noch bis vor kurzem wurden tausende von Angehörigen einer verbotenen religiösen Gemeinschaft als lebende Ersatzteillager in Katakomben unter Krankenhäusern gehalten und gegen Devisen regelrecht ausgeschlachtet. Zehntausende von Menschen werden regulär hingerichtet.
In Afrika und im okkupierten Tibet treiben chinesische Unternehmen auf eine Weise Raubbau an Natur und Bevölkerung, die an übelsten Kolonialismus erinnert. Wirtschaftskriminalität von monströsen Ausmaßen ist absolute Normalität: chinesische Markenpiraterie, die auf Konzerngröße praktiziert wird, kostet in Deutschland und anderswo Millionen von Arbeitsplätzen.
Aber Schwamm drüber. Herzlich willkommen zur Olympiade, dem Fest des Friedens und der Völkerfreundschaft!

10. März 2008 um 11:51
Die Olympischen Spiele in China und der Eurovision Song Inzest in Serbien – da liegt der Reiz im Widerspruch. Wir sollten den Tag der internationalen Sicherheit in Darfur feiern und die Woche des Herings in der Sahel-Zone.
Wer gestern abend den Weltspiegel gesehen hat, der fragt sich einmal mehr, warum ausgerechnet China die Olympischen Spiele ausrichten darf. (Mal ganz davon abgesehen, dass Olympia besser “Ein Kessel Buntes der Pharmaindustrie” heißen sollten.) Aber wer danach im ZDF Rosamunde Pilcher gesehen hat, der weiß, dass die Welt in Wirklichkeit schön und gerecht ist.
10. März 2008 um 14:08
@ Olympia: Willy Brandt sprach vom Wandel durch Annäherung und anders geht es auch nicht. Sonst müssten wir Handel und Tourismus mit dem Reich der Mitte gleich einstellen.
Hallo Frau Uschi, schön zu hören, das Sie immer noch eine große Freundin der ZDF-Unterhaltung sind. Ich mag Ihren respektvollen Umgang mit älteren Menschen, das geht so vielen jungen Menschen in unserem Lande ab.
10. März 2008 um 15:05
Lieber Herr Richter, das ZDF ist mir zur zweiten Heimat geworden, muss ich sagen. Hier blicke ich in die blauen Augen von Florian Silbereisen und ins Dekollete von Stefanie Hertel. Hier gehe ich im Forsthaus Falkenau ein und aus und mit dem Landarzt ins Bett. Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein! Und natürlich bin ich respektvoll zu älteren Menschen. Man kann sich gar nicht früh genug anbiedern, denn die Einschläge kommen immer dichter, Herr Richter! Wenn Sie da nur mal an den Freitagabend in Berlin denken möchten…
10. März 2008 um 15:12
@ Wenn Sie da nur mal an den Freitagabend in Berlin denken möchten…
ahh, ich wußte das da noch was kommt. Aber, dafür verschenkt man zu runden Jubiläen jetzt halbnackte Zwanzigjährige die sich auf einem Rolls Royce räkeln. Das Alter hat auch seine schönen Seiten
10. März 2008 um 15:21
Uschi ?! Es war nur ein Bild!!! Alle anderen Damen dort waren
1.) Alt und 2.) verheiratet.
10. März 2008 um 15:23
Was soll ich mit einer halbnackten Zwanzigjährigen? Ich hab selbst schon nie was Anzuziehen.
Ganz davon abgesehen hat mir mein Mann gar nichts erzählt von derlei Präsenten. Nur, dass es Hirschbraten und Erdnussflips gab. Wahrscheinlich hat er die halbnackte Zwanzigjährige schlichtweg vergessen. Das gibt’s bei uns zu Hause ja alle Tage.
10. März 2008 um 16:56
@ Peter
Das Mädchen das Dir “mein Name ist Olga” (bitte mir russischem Akzent aussprechen) zugeflüstert hat war “alt”? (was wohl hässlich bedeuten soll)
10. März 2008 um 17:19
Mööönsch Martin, nu lass ihn doch mal! Was bleibt einem denn noch im Alter?! Und was ist schon so verwerflich an dem Namen Olga? Klingt jedenfalls netter als “Mein Name ist Gertrud” oder so.
10. März 2008 um 19:03
@ Martin:
Ach die.
11. März 2008 um 00:56
Gertrud [Klick mich] – ist jowoll eine schöne deutsche Namen.
10. April 2008 um 07:19
Chinesische Spezialtruppen, die in Tibet Aufstände niederschlagen, sind auch weltweit – im Fernsehen gut erkennbar an ihren blauen Trainingsanzügen – zum Schutz des olympischen Feuers unterwegs. Was hätten die Olympia-Offiziellen 1936 wohl zu prügelnden deutschen SA-Männern beim Fackellauf über die Golden Gate Bridge gesagt? Hoffentlich nicht dasselbe wie heute, nämlich dass es ganz normal ist, wenn Botschafter des Olympialandes die Fackel schützen!
10. April 2008 um 09:04
Da gebe ich Ihnen mehr als Recht Herr Bäuerle!
Bei allem Respekt für die Situation in Tibet/China finde ich, dass irgendwann das Maß voll ist. Es ist ja absehbar, dass ein vernünftiges Olympia nicht durchführbar ist. Jetzt müssten sich die Nationen zusammenschließen, die den Geist des Sports noch leben und spontan auf einen früheren Austragungsort umdisponieren. Mit vereinten Kräften sollte sogar das kurzfristig funktionieren. Dann ist die Frage ob Boykott oder nicht obsolet. Außerdem müsste man die Fackelträger nicht verstecken oder gar vorschlagen, vollends auf sie zu verzichten.
Die Fackel ist ein Symbol. Sie stellt für mich nicht nur den Sportsgeist dar, sondern soll Nationen im Friedlichen verbinden, sich über die übrigen Probleme stellen und alle zu einem friedlichen Sportfest zusammenführen. Dass das nicht mehr zeitgemäß sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht ist es wichtiger denn je, einmal vom Alltag und en Wirren, die einen umgeben losgerissen zu werden und ein weltumspannendes Fest zu feiern. Auch das gehört schließlich zur Globalisierung.
10. April 2008 um 09:13
Vielleicht sollte man wirklich auf eine Olympiade in China verzichten. Bisher hat sie den Tibetern und anderen Unterdrückten im Reich der Mitte durch die neue mediale Aufmerksamkeit aber möglicher Weise eher geholfen, als geschadet.
China ist heute ein gewalttätiges, aggressives Land, das nur deshalb keine Repressionen zu fürchten hat, weil es so groß, wirtschaftlich wichtig und vor allem seinem eigenen Volk gegenüber gewaltttätig ist. Amerikanische und europäische Interessen werden nicht kriegerisch, sondern nur wirtschaftlich berührt.
10. April 2008 um 09:16
Genau deshalb wäre dies der stärkste Hebel, den die anderen Nationen ansetzen können. Wirtschaftlich wäre das wohl eine herbe Niederlage für China.
10. April 2008 um 09:19
Gleichwohl glaube ich, dass die Kommerzialisierung Olympias schon so weit vorangeschritten ist, dass es nicht mehr möglich ist, einen anderen Austragungort kurzfristig zu bestellen. Chinas Mächtige finden bestimmt Mittel und Wege, ihr Interesse wirtschaftlich oder wenigstens auf der Korruptionsebene – in jedem Fall erpresserisch – durchzusetzen.
10. April 2008 um 10:08
Ich bin jedenfalls froh, dass die Fußball-EM in der Schweiz und in Österreich stattfindet. Hierauf kann man sich reinen Gewissens freuen!