Winterlektüre
Heute jährt sich zum 143. Mal der Geburtstag des englischen Schriftstellers William Somerset Maugham. Maugham, der 1965 mit einundneunzig Jahren starb, war ein »Vielschreiber« der Extraklasse. Sein literarisches Schaffen reichte von schmalzig-seichten Bühnenstücken bis hin zur perfekt konzipierten Kurzgeschichte. In der üblichen deutschen Einteilung zwischen E- und U-Literatur dürfte das meiste im Bereich der Unterhaltungsliteratur liegen. Einige seiner Werke liegen aber weit über dem Durchschnitt der heutigen Bestsellerlisten.
Meine Empfehlung für den Winterabend:
Auf des Messers Schneide (Roman) – wer F. Scott Fitzgerald mag wird hier bestens (besser) bedient
Kurzgeschichten I & II – in diesem Fall kann man den Bewertungen auf Amazon.de vertrauen
Über Maugham, der ein ziemlich bewegtes Leben geführt hat, gibt es in deutsch leider keine Biografie. Daher bleibt nur der Verweis Wikipedia Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/William_Somerset_Maugham
Angelehnt an das Leben Maughams gibt es aber einen Roman von Anthony Burgess, welcher in deutsch unter dem etwas dämlichen Titel »Der Fürst der Phantome« erschienen ist. Dieses Buch wäre meine dritte Empfehlung.
Story: Anhand der fiktiven Lebensgeschichte eines englischen Schriftstellers (Biografie angelehnt an Somerset Maugham) und seiner Freundschaft bzw. familiären Bindung zu einem Papst, wird die Geschichte des 20. Jahrhunderts erzählt.
Ein Hammer von einem Buch. Wer die ersten dreissig etwas merkwürdigen (aber guten) Seiten überstanden hat – danach ändert sich der Schreibstil – legt das Buch nicht mehr aus der Hand. Es sind fast 1000 Seiten!
http://www.zeit.de/archiv/1999/36/199936.jh-barley_burges.xml?page=all
Als letztes noch der Verweis auf eine Analogie der besonderen Art zwischen Maugham und einem anderen »Großen« des 20 Jahrhunderts.
Winston Churchill war nicht nur Zeitgenosse Maughams, sondern er teilt mit ihm das Geburts- und das Todesjahr. Weiterhin war Churchill nicht nur Politiker, sondern wie Maugham auch ein erfolgreicher Schriftsteller. (Nobelpreispreis für Literatur 1953)
Die Biografie Churchills – ob von Haffner oder von Krockow ist egal – wäre meine letzte Empfehlung
Viel Spaß bei Lesen!

25. Januar 2007 um 18:25
Winston Churchill finde ich wirklich hochinteressant und Sebastian Haffner zählt zu meinen Alltime Faves – wähle deshalb dieses Werk, denn mit Belletristik kann ich nicht so viel anfangen. Churchill hat mit seiner kleinen Insel ganz schön im Sturm gestanden, bis die Alliierten kamen. Riesenego, aber auch Riesenpersönlichkeit!
26. Januar 2007 um 11:22
Nun, obwohl ich wohl kaum als ausgewiesener Bücherfetischist bekannt bin, möchte ich mich dennoch melden. Der Autorenname erinnerte mich an ein Buch, welches meine Mutter mir mal mit auf den Weg aus einem – nennen wir es – persönlichen Tief gab. Es ging irgendwie um einen stotternden Jungen mit Klumpfuß, der dauerhaft unglücklich verliebt war – also quasi um mich…
»Des Menschen Hörigkeit« heist die deutsche Übersetzung.
26. Januar 2007 um 11:35
Ooohhh! Armer Peter!!
Ich vermute mal, dass dies der Vergangenheit angehört, schließlich hast Du doch die reizendste Texterin on earth bezirzen können
. Unglücklich verliebt dürftest Du nun also nicht mehr sein, und um den Klumpfuß und das Stottern kümmern sich ja namhafte deutsche Ärzte … hoffe ich!
26. Januar 2007 um 12:17
Ja, ja – die dümmsten Bauern haben immer die größten Kartoffeln. In der Hose.
26. Januar 2007 um 14:05
Hmmm 1965 wurde der FC gegründet. Sorry.
26. Januar 2007 um 16:53
Das stimmt ja wirklich, Peter! Da konntest Du als Kind wahrhaftig schon englisch? Ich dachte das war streng verboten in der Sowjetzone, genau wie Swingtanzen. Oder warst Du etwa Strenggeheimagent?
26. Januar 2007 um 17:18
Englisch? Kenne ich nicht. Aber Swing und der sollte in der SU verboten werden, aber die Nazis entarteten schneller. Als Gegenpol begann man in der SU den Jazz zu fördern und so boten 1934 z. B. viele Fabriken ihren Arbeitern kostenlose Foxtrottstunden an.
26. Januar 2007 um 17:44
1934 hätte ich auch gerne in der Sowjetunion gelebt. Sibiriens Foxtrott-Szene soll ja der Hammer gewesen sein! In den Dreißigern ging es wohl nur in Miami Beach wilder zu. Daher wurden gut gelaunte, sowjetische Tänzer auch als »Florida Boy«, bezeichnet.
26. Januar 2007 um 18:02
Das wird schon noch. Spätestens bis 2034 bekommt Putin diese Zustände wieder hin. Die Säuberungen haben doch schon begonnen. Bald wird alles (wieder) schön strahlen.
Dann auch noch ein Lektüretipp:
Juri Andruchowytsch: Moscoviada
“Vor dir ein Paar Damenbrüste; vollendet in der Form, sozialistisch im Inhalt …”