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Shopping in Rostock bleibt oft ein surreales Erlebnis. Trotz mittlerweile glitzernder Fassaden hat man häufig noch immer den Eindruck, mit dem Betreten eines Geschäfts die Privatsphäre eines schwer beschäftigten Menschen zu stören.

Verkäufer schrecken verstört hoch, wenn man sie etwas fragt und junge Servicekräfte fahren sich bei Sonderwünschen (»Wo finde ich hier die Milch, bitte?«) genervt durchs Haar. Ehrlichkeit (Unfreundlichkeit) steht hier hoch im Kurs, Oberflächlichkeit (Freundlichkeit) wird häufig wohl als Schwäche angesehen. Kein Wunder, glaubt doch die Mehrheit der Azubis im Einzelhandel offenbar, eigentlich zum Superstar bei DSDS zu taugen und nur vorübergehend im Alltag Station zu machen.

Dass sie dafür öffentlich von Herrn Bohlen auf links gedreht werden, ist zwar vielleicht traumatisch, aber auch logisch. Wer hat Schuld: Eltern, Schule, Gesellschaft, Medien, Politik? Ja, ich glaube schon.