ZOO: Bald Renten für die Enten?

Sind Zoobesuche nur etwas für Nerzträger?
photo credit: Eric Bégin
Der Rostocker Zoo: herrliches Ambiente, jede Menge tolle Tiere und alles, was Kindern Spaß macht. Einziges Manko sind mit dem Besuch verbundene Kosten, die den unvorbereiteten Familienvater etwa so hart treffen, wie ein angreifendes, stinkiges Elefantenweibchen in der Brunft. Ein harmloses Kostenbeispiel, das der Autor am gestrigen Tage durchlebte:
Parken/Außengelände: EUR 3,00
Eintritt/Vati: EUR 11,00
Eintritt/Kind: EUR 6,00
Bollerwagenverleih: EUR: 5,00
Zweimal rote Nudeln: EUR 9,00
Spende für die Affen: EUR 1,00
Zweimal Toilettengeld: EUR: 1,00
GESAMT: EUR 36,00
Das war´s dann. EUR 36,00 für einen dreistündigen, relativ unspektakulären Aufenthalt im Stadtzoo. An jeder Ecke stehen hier übrigens zusätzlich Spendenboxen mit herzigen Motiven, die auf tierische Notlagen und Projekte hinweisen. Alle gefühlten 48 Stunden ist der Zoodirektor auf tv.rostock oder in der Ostsee-Zeitung mit Spendenaufrufen zu sehen. Habe ich etwas vergessen?

27. Juli 2009 um 11:21
Eintritt ok
Klogeld 50 Cent zu teuer
Alles andere läßt sich vermeiden
27. Juli 2009 um 12:46
http://www.blog-8.de/mein-besuch-im-zoo
27. Juli 2009 um 12:48
Sieh es positiv, bis auf den 50% Preisanstieg der Parkgebühren (ich glaube letztes Jahr waren es noch 2,00 EUR) sind die Preise stabiel (…auf Ihrem überhöhten Niveau) geblieben.
27. Juli 2009 um 13:15
Wieso wird in Pengasius Beitrag, der Eintritt als zu teuer moniert? Versteh ich nicht. 11 Piepen sind doch ok. Tierfutter, Personal, kostet doch alles.
Ok, die Parkgebühren sind natürlich müll
27. Juli 2009 um 13:59
Naja, bin schon ein Freund der sozialen Marktwirtschaft und Zoos sind ja bekanntlich für Kinder und Familien vorgesehen! Mal im Ernst: Sind das nicht eh Subventionsgräber und würde es dann nicht auch für die Hälfte gehen? Haben Sie noch eine entfernte Erinnerung, was der Rostocker im Schnitt verdient? Bestimmt deutlich weniger als alle, die hier mitschreiben. In den Zoo sollte jeder gehen können, nur nicht aus dem Zoo.
27. Juli 2009 um 15:57
@ was der Rostocker im Schnitt verdient
Eintritt Rostocker Zoo: € 11
Eintritt Hagenbecks Tierpark / Hamburg: € 16
Index: 145
Unterschiede im Einkommen zwische Ost & West: je nach Region zwischen 20% und 40%
Bsp Hamburg: Nettoeinkommen 2.677
Bsp MeckPom: Nettoeinkommen 2.140
Index: 125
Selbst wenn ich einen Einkommensunterscheid zwischen der Region Hamburg und Region Rostock von 40% unterstelle, dann scheint mir der Eintritt für den Rostocker Zoo keineswegs zu teuer!
27. Juli 2009 um 16:05
Natürlich nicht, denn eigentlich möchtest Du doch am liebsten ganz alleine hinter getönten Scheiben Deinen preisgekrönten, temperierten Schaumwein im gepanzerten Cadillac direkt im Eisbärengehege vertilgen…
Doch das betrogene Volk begehrt auf, es streckt die zerfurchte, geknechtete Faust des Campesinos durch die Stäbe seines sozialen Käfigs… Ach nein, es ist doch eher so ein kleines, dickliches Burgerkinghändchen, das aus einer Games-Videothek gestreckt wird! Schade, das reicht irgendwie nicht für meine Revolutionsoper!
28. Juli 2009 um 09:50
Ich stimme Ekkard’s Bedenken vollumfänglich zu. Ich mag den Zoo, bin zwar lange nicht mehr dort gewesen, das wird sich aus nachwuchstechnischen Gründen aber in Zukunft ändern.
Eindeutig zu hoch gegriffen finde ich ebenfalls die Parkgebühren. Die Betreiber etlicher Ausflugsziele halten es für eine legitime Angelegenheit, Park und Parken voneinander zu trennen, auch wenn sie noch so entfernt in der Pampa liegen und der Eine ohne den Anderen wohl kaum könnte. Dies finde ich kundenunfreundlich und ein schlechtes Signal. Im Zweifel lasse ich den Park wegen des Parkens einfach aus und fahre woanders hin. Es sollte doch möglich sein, dem Besucher nicht so offensichtlich das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn man nicht permanent sein Budget im Blick hat und am Ende des Tages alles zusammenrechnet, steht der nächste Besuch auf wackeligen Füßen, es sei denn, man hebt die Neuverschuldung etwas an
Am Ende sollte aber sich auch ein Zoo rechnen. Klar, Tiere und -pfleger kosten, sind aber auch nicht tragbar, wenn man das Ganze zu einer Eliteveranstaltung verkommen lässt, zumal die Allgemeinheit bereits eine Menge Kosten übernimmt. Im Zweifel muss man etwas kürzer treten und die Vergnügungsparkpläne etwas zurückschrauben.
Ich habe übrigens gehört, dass eine Dauerkarte sich nach wenigen Zoobesuchen im Jahr bereits rechnen würde. In dem Fall werde ich mir und dem Rest der Familie wohl eine zulegen müssen.
P.S: rote Nudeln zu 9,- EUR -> wurde Kaviar dazugereicht?
P.P.S: 2.140,- Nettodurchschnitt?? Na dann geht’s uns je wieder besser!!
28. Juli 2009 um 09:56
@ Ekkard: Ferien können richtig teuer werden. Zoo, Kino, Autoscooter … dann muss man schnell wieder arbeiten gehen, um das Haushaltsloch zu stopfen
Ich für meinen Teil versuche deshalb, den Urlaub immer auch alternativ zu gestalten, was heutzutage allerdings immer schwerer fällt. Einerseits, weil die lieben Kleinen ein umfängliches Animationsprogramm gewöhnt sind und andererseits, weil selbst der Strand an viele Stellen bereits unverschämten “Eintritt” kostet.
Ne Runde Diskgolf im Barni ist übrigens eine tolle Sache aus dem Alternativprogramm, nur eben schwierig mit 3-jährigen Sprutzen
28. Juli 2009 um 10:02
»Ne Runde Diskgolf im Barni« …das klingt sehr geheimnisvoll! Camping im Wohnmobil ist nach meiner letzen Erfahrung etwa so teuer, wie ein Cluburlaub mit der ganzen Familie – es sei denn, man geht nicht essen, verzichtet aufs Shopping und Vergnügungsparks. Am besten zelten auf Helgolands Dünen oder so – da bleibt man pro Nacht unter 10 Euro!
28. Juli 2009 um 10:08
@Ekkard: wir hatten gestern eine schöne Männerrunde und würden Dich das nächste Mal gern mit einladen. Diskgolf im Barni ist ne lustige Sache. Ein Stündchen durch den Wald tigern und Scheiben in Richtung Korb werfen macht unheimlichen Spaß.
Die Sache mit dem Wohnmobil macht ein Freund von mir gerade durch: 100,- EUR/Tag exkl. aller übrigen Kosten (Platzmiete, Strom, Sprit …) Holla, die Waldfee! Das reicht fast zu einem Flug auf die Fidschiinseln
28. Juli 2009 um 11:21
@ martin r
Wenn man es wirtschaftlich betrachten will, ist leider fast jegliche Form von Kultur in unserer, und leider auch fast jeder anderen Stadt, ein Zuschussgeschäft. Die paar Euro mehr an Subventionen um den Eintritt auf ein erträgliches Maß zu reduzieren fallen, so glaube ich, nicht stark ins Gewicht. Ohne Subventionen sind vermutlich 11 Euro viel zu wenig.
Allzu gerne aber verweise ich auf das vergangene Jahr in dem die Museen der Stadt kostenlosen Eintritt gewährten und Ihre Besucherzahlen mehr als verdoppelten. Ich vermute einen ähnlichen Effekt, bei starkem Preisrückgang.
28. Juli 2009 um 16:00
@flashnHALS: Also, zum Diskgolf käme ich dann gerne mit, wenn ich darf! Zoos zählen für mich im übrigen theoretisch ebenso zur Grundversorgung, wie Schwimmbäder und Stadttheater. Auf den ganzen Freizeitparkkäse, der in die Anlagen eingebaut wird und sie entsprechend verteuert, verzichte ich bei STÄDTISCHEN und KOMMUNALEN Themen gut und gerne. Dafür gibt es Privatinvestoren à la Erdbeerhof und Hansepark!
28. Juli 2009 um 16:01
@ Die paar Euro mehr an Subventionen um den Eintritt auf ein erträgliches Maß zu reduzieren fallen, so glaube ich, nicht stark ins Gewicht.
Ich bin von dieser Realitätsverweigerung schwer beeindruckt. Die Haushaltslage bzw. der Schuldenstand der ehrwürdigen Hansestadt Rostock ist Ihnen bekannt? Wenn nicht: Die örtliche Presse berichtet des öfteren darüber, einfach mal reinlesen.
Und was wäre denn ein erträgliches Maß? 2 – 5 Euro? Bei ca. eine halben Mio. Besucher p. A. kommen da schnell ein paar Mio an zusätzlichen Subventionen zusammen. Wo sollen die denn herkommen?
In einem Punkt gebe ich Ihnen völlig recht. Museen sollten keinen Eintritt verlangen. Dann würden auch die RTL 2 Seher eher auf die Idee kommen, etwas für ihre Bildung zu tun. Ihr Verweis auf die Besucherzahlen ist aber trotzdem nicht ganz richtig. Das Schifffahrtsmuseum konnte an den den gestiegenen Besucherzahlen nicht partizipieren. Dieses Museum “trocknet” praktisch aus.
28. Juli 2009 um 17:28
Quote: »Das Schifffahrtsmuseum konnte an den den gestiegenen Besucherzahlen nicht partizipieren. Dieses Museum “trocknet” praktisch aus.«
…warum eigentlich? Jugendliche lieben doch PC-Games rund um Seeschlachten – da liessen sich doch z. B. Konsolen und Flatscreens in einer schicken »SeaQuest Lounge« im U-Boot-Design mit »Ping-Ping«-Akustik installieren. Eine Plexiglas-Tunnelrutsche, die aussen dreimal um das Schiff herumgeführt wird, könnte unter Deck in den rot erleuchteten »SharkPool« mit »Jaws«-Musik münden! In der »SeaBar« würden Servierkräfte im Fifties-Matrosen-PinUp-Look coole Drinks liefern… das wär doch was!
28. Juli 2009 um 19:41
Sehn Sie Herr Bäuerle. Tolle Ideen aber niemand will sie haben.
Bitte den Gesang der Wale nicht vergessen. Irgend so ein esoterisch angehauchtes Ausstellungsszenario wo Veganer, Tierschützer und andere „bewusste“ Menschen sich in Welt der Wale wegbeamen können.
Dabei war das Schifffahrtsmuseum mal eines DER drei Museen in Rostock.
29. Juli 2009 um 07:57
Ehrlich gesagt finde ich es rein theoretisch auch ganz toll, nachdem ich einen Werbeflyer dafür geschrieben und festgestellt habe, wie viel Potenzial da unter Deck schlummert. Mir war es bisher nur zu anstrengend, mit einem Kleinkind tausend enge, steile Eisenstufen rauf und runter zu steigen, wie es ja auf Schiffen so üblich ist.
30. Juli 2009 um 13:43
@ martin r.
Wenn Sie in kürzerer Vergangenheit schon einmal den Rostocker Zoo Besucht hätten, würden Sie wissen, dass dieser durchaus nicht nur den geneigten RTL 2 Seher bildet sondern auch den Rest des Volkes. Ich teile voll und ganz die Meinung des Herrn B., dass der Zoo ebenso wie das Theater, Schulbildung, Museen und andere städtische/staatliche Einrichtungen zur Grundversorgung gehören.
Der permanent überfüllte, nicht subventionierte !!!!, Gewinn erwirtschaftende Möchtegern Tierpark ErdbeerErlebnisDorfHof zeigt im Übrigen, was kostenloser Eintritt bewirken kann.
@ Realitätsverweigerung
Die Haushaltssituation unserer Stadt wird vermutlich immer angespannt bleiben. Wenn Kultur und Bildung immer nur unter privatwirtschaftlichen Aspekten betrieben werden sollte, wird sich dies auch niemals ändern können. Einsparpotentiale des Haushaltes gibt es zu genüge, da müsste man nur mal die lokale Presse lesen.
Bzgl. Realitätsverweigerung verweise ich gerne auf „Bsp MeckPom: Nettoeinkommen 2.140“ und das statistische Landesamt Mecklenburg-Vorpommern.
Das Schifffartsmuseum ist ein Thema für sich. Mir kam zu Ohren, dass es Studien geben soll, die eindeutig belegen, dass die Lage für das Austrocknen verantwortlich sein soll. Die Bürgerschaft lässt derzeit einen Standortwechsel nicht zu. Dies kann im Übrigen ebenfalls der lokalen Presse entnommen werden.
Das Schifffartsmuseum nahm an der kostenloser Eintritt Aktion nicht teil – somit stimmt die Studie!
Einfach mal weniger stänkern und austeilen und mehr spazieren und lesen, dies Bildet – wie auch der Besuch von Museen und des Rostocker Zoos!
31. Juli 2009 um 08:41
Das Schifffahrtsmuseum kämpft mit dem Problem der latenten Ignoranz vieler Bürger gegenüber dem IGA Park, denn das Museum ist nur über einen Marsch durch diesen zu erreichen.
Die Passage durch den Park kostet einen Euro, der offenbar vielen zu teuer ist. Bemängelt wird von manchen Nichtbesuchern das Ausbleiben von imbissartigen Verzehrstellen à la Kröpeliner Straße mit ihrem ganzjährigen Weihnachtsmarktgebaren. Ich liebe den IGA Park (wie übrigens auch dieses Bundesland aus identischen Gründen) heiß und innig – genau so wie er ist: Menschenleer, traumhaft schön und ohne große Gastronomie.
Zum Schiff: Das Problem ist, dass die Überführung des Schiffs in den Stadthafen zwar toll wäre, aber offensichtlich ungeheuer teuer, denn das Objekt ist außer Betrieb! Dieses Faktum wird in der Diskussion ständig außer Acht gelassen.
31. Juli 2009 um 12:50
@ “Einsparpotentiale des Haushaltes gibt es zu genüge, da müsste man nur mal die lokale Presse lesen…”
Die da wären?
Ich lese hier immer nur was notwendig wäre etc. Ich lese aber nie wie es finanziert werden soll. Deshalb bleibts bei der Realitätsverweigerung.
Zum Thema Schiffahrtsmuseum einfach mal den Blog LESEN, da finden sie durchaus die eine oder andere Anmerkung von mir, auch zu Lage des Selbigen.
3. August 2009 um 13:42
@ Einsparpotentiale:
- Verkauf von städtischem Wohneigentum hat einen starken Entschuldungseffekt und entlastet den Haushalt nachhaltig;
- Kunst am Bau a´ la Doberaner Platz, Hauptbahnhof;
- langfristige und endgültige städtebauliche Plaung (z.B. die Lange Straße wurde in den letzten 20 Jahren “gefühlt” 7 Mal umgebaut – zumindest ein paar Mal zuviel)
Allein der Verkauf eines Teiles des städtischen Wohneigentums würde die Eintrittspreisproblematik des Rostocker Zoos sowie vieler anderer Kultur- und Bildungsreinrichtungen Rostocks positiv verändern.
Wenn ich etwas tiefer in die Materie “Haushalt Hansestadt Rostock” einsteigen und die lokale Presse täglich lesen würde, hätte ich noch viele weitere Vorschläge.
@ Schifffartsmuseum und der Zoo
Sie sprachen dieses Museum in Zusammenhang mit der “kostenlos Eintritt Aktion” Rostocker Museen mit dem Hinweis an, das selbiges daran nicht partizipierte. Konnte es auch nicht, das Schifffartsmuseum nahm an dieser “Aktion” nicht teil, steigerte folglich auch darüber nicht seine Besucherzahlen. Ein geringer, besser noch ein kostenloser Eintritt bringt mehr Besucher! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
10. August 2009 um 11:38
@ Einsparpotentiale
Auch hier gilt: Einfach mal den Blog lesen! Sie sind nach mir so ungefaehr der Zweite der diese Vorschlaege gebracht hat – und an der Nichtreaktion koennen sie ersehen, wie diese beim Rostocker bzw. Blog Publikum ankommen……………
Ich bin da ganz bei Ihnen!