Zu Gast bei Jung von Matt
Die Chefs der Agentur Jung von Matt kennt jeder aus gehobenen Talkshows – zwei smarte Herren, die über Bedürfnisse und Kommunikation unserer Mitbürger berichten. Besonders spannend ist ihre Studie »Deutschlands häufigstes Wohnzimmer«. Unter www.jvm-wozi.de erfährt man, wie die eigenen Landsleute wohnen, feiern und konsumieren. Besonders schön ist natürlich das prototypische Wohnzimmer: Polstergarnitur und Rauhfaser kommen einem unheimlich vertraut vor!


25. Januar 2008 um 08:41
Hee, wer hat die Jungs denn reingelassen? War meine Frau nicht da? Ich hab dem Jungen schon tausend mal gesagt, er soll keine Fremden reinlassen. Das haben wir nun davon… naja, wenigstens war der Perser gesaugt und Staub gewischt. Seht euch nur um. Fühlt euch, wie zu Hause!
25. Januar 2008 um 11:06
Die Sabine (lt. JvM häufigster Vorname der Familienmutter), die VW Passat fährt (lt. JvM häufigstes Auto der Familie), sitzt mir übrigens gerade gegenüber!
28. Januar 2008 um 00:47
Reicht es nicht, wenn ich bei Ikea vorbei schaue, um Deutschlands beliebteste Einrichtungsgegenstände in einer Reihe zu sehen? By the way: Ist Grundig nicht in Konkurs? Werden die noch produziert?
28. Januar 2008 um 08:36
Der Hinweis mit Ikea ist sicher ein Volltreffer. Und Grundig verkauft natürlich ganz tolle Fernseher. » Wenn Sie mal schauen mögen? Ob sie diese selber fertigen, weiß ich nicht.
28. Januar 2008 um 10:48
Was für eine flache Sch… . Ich hoffe, JvM hat ihren Kunden noch was anderes zu bieten, bevor die in Tiefschlaf fallen. Die Geschichten sind so öde, dass sie bei jeder Vorabendsendung durchfallen würden.
28. Januar 2008 um 11:25
Ach so, Du meinst mit »flache Sch…« den JvM-Blog! Ich dachte zunächst, Du sprichst von den Grundig-Flatscreens. Bis Du sicher, dass Du das Prinzip verstanden hast? Es geht um repräsentative Erhebungen des Durchschnitts, nicht etwa um besonders interessante Tausendsassa wie Dich und mich!
28. Januar 2008 um 12:57
… und versenkt.
Der JvM Blog zeigt die Wahrheit, den Beweis dafür treten wöchentlich die RTL Wohn Shows an. Die Wohnungen/Häuser sehen vor dem Einmarsch von Wittler & Co. genaus so aus! Der danach zu sehende “Schöner Wohnen” Chic ist allerdings auch nicht viel besser.
28. Januar 2008 um 13:36
Darum soll es wahrscheinlich gehen. Und die Idee eine fiktive Durchschnittsfamilien zu skizzieren könnte ich mir durchaus interessant vorstellen.
Leider erschöpft sich das “Forschungsprojekt” in einer beliebigen Aneinanderreihung von Allerwelt-Klischees.
Das ist erstens langweilig und zweitens so wissenschaftlich wie die Normgröße einer Schrankwand.
28. Januar 2008 um 14:09
Euer Gnaden ist heute aber etwas schnell mit der Feder, oder? Die Quellverweise hat man schon zur Kenntnis genommen, hoffe ich? Das Problem mit den Klischees ist eben leider, wie oft sie doch stimmen.
28. Januar 2008 um 17:50
Habe die Quellenverweise wahrgenommen.
Ich versuche es nochmal anders zu erklären: Sagen wir mal, ich mache eine Untersuchung über die Durchschnittsgröße aller Hunde. Auch die Durchschnittseigenschaften von Gliedmaßen, Farbe, Verhalten und anderem suche ich mir aus verschiedenen Quellen zusammen. Dazu denke ich mir Geschichten aus, was so ein Durchschnittshund den ganzen Tag so macht, durchschnittlich frisst, trinkt, kackt und schläft. Ich habe sogar eine detailierte Zeichnung angefertigt.
Und jetzt gehe ich mit diesem Traktat zu einem Wissenschaftsverlag. Der winkt höflich ab, es fehle der Forschungsansatz. Ich könnte es aber vielleicht beim Verlag nebenan versuchen, der ist auf Tierkalender und solcherlei spezialisiert. Leider bekomme ich auch dort eine ablehnende Antwort: die Zielgruppe des Verlages interessiert sich zwar für alle möglichen Tiere, Hunde seien sogar eine Spezialität des Verlages. Aber Geschichten über fiktive Durchschnittshunde …
Übrigens: Die Durchschnittsfarbe aller Hunde ist graubraun, genau wie bei Papageien. Na wenn das kein neuer Forschungsansatz ist.
28. Januar 2008 um 18:01
Ach so: noch was zu den oft zutreffenden Klischees; Werber sind doch die Leute, die für Geld aus Büchen erzählern, deren Klappentext sie überflogen haben.
29. Januar 2008 um 08:17
Upps, was für ein schwaches Rückzugsgefecht! Das mit dem Klappentext sollte aber dann doch auch für den JvM-Wohnzimmer-Blog gelten, oder? Nächstes Mal vielleicht genauer gucken, damit die Meinung keine – wie nannten Sie es noch – wird… Quod erat demonstrandum. Hier das Ganze übrigens noch mal als » De Luxe-Edition. Süß, oder?
29. Januar 2008 um 11:12
Ja, mein Lieber. Wenn du wenigstens die Analogie verstanden hast, ist das doch ein Anfang.
29. Januar 2008 um 11:19
Tststs, austeilen wollen wie ein Berserker, aber nur verlieren können, wie ein Italiener: die Analogie kennst Du nicht zufällig, oder?
29. Januar 2008 um 12:02
Hallo Ekkard Baeuerle!
Auch in diesem Blog gelten Regeln. Jemanden einen Italiener zu nennen, gehört eindeutig zu den Dingen, welche die Grenzen der Höflichkeit deutlich unterschreiten. Wir werden einen derartigen Ton in Zukunft sanktionieren.
29. Januar 2008 um 12:09
Wie auch immer. JvM’s Wohnzimmer ist schwach. Aber ich hätte da eine andere Idee. Vielleicht sollten sich selbst als Forschungsobjekt erkennen. Der durchschnittliche JvM liest w&v, richtet nichtssagende Wohnzimmer ein und glaubt die Welt zu verstehen.
Das ist ein wenig wie in Douglas Adams “Per Anhalter durch die Galaxis”, in dem die Menschen denken, mit weißen Mäusen Experimente zu machen.
29. Januar 2008 um 12:39
Ohh, jetzt wird´s einem Großen der Branche aber richtig gegeben…
29. Januar 2008 um 13:23
@greh: Ich finde, dass diese Leute als Forschungsobjekt völlig uninteressant ist, denn sie haben schlicht kein Privatleben, soweit ich weiß.
Da ich mal einen JvM-Konzeptioner eine Woche zu Besuch in Rostock hatte, kann ich das Private schon in etwa abschätzen: kaum Freunde (viele Kollegen), kaum Freizeit (viele Projekte), keine ernsthafte Einrichtung (viele Kartons), keine Familie (viel Zeit vor dem Computer). Am Ende guckt aber manchmal schöne, originelle Werbung raus, die dann Spaß macht.
Die Leute selber sind wohl eher blass, müde und überarbeitet. Meistens wechseln sie irgendwann zu einer »normalen« Agentur mit spießigen Öffnungszeiten, wo dann alle sagen: Unser Sebastian war übrigens zuletzt Juniortexter bei JvM…
29. Januar 2008 um 14:28
Wenn ich also von morgens bis Abends ausgebeutet werde sollte ich nicht verzagen da es ja bei JvM geschehen ist? Hmm.. super.
29. Januar 2008 um 21:39
Ich erkenne in dem Durchschnittswohnzimmer-und-so weiter-Projekt die Sehnsucht des Hyperkreativen nach Ruhe und Durchschnittlichkeit, d. h. die versteckte Einforderung des allgemeinen menschlichen Grundrechts nach erholsamer Langer Weile, welche der Ausdruck absoluter Schönheit ist, wie in zahlreichen Studien zur Schönheit menschlicher Gesichter bewiesen wurde, wobei festgestellt wurde, dass die perfekte Schönheit nichts als Durchschnitt aller Gesichter ist. Die Schönheit des Durchschnitt-Wohnzimmers sollte also als solche wahrgenommen werden.
30. Januar 2008 um 08:02
Amen!